„ÖVP hat aufs falsche Pferd gesetzt“. SPÖ Lunz will Ortskernbelebung und Leerflächenmanagement forcieren und übt Kritik an der Vorgangsweise der ÖVP.

Von Claudia Christ. Erstellt am 12. Januar 2020 (04:59)
Das sanierungsbedürftige Johannes-Stiftungshaus, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet, ist SP-Ortsvorsitzendem Andreas Danner ein Dorn im Auge.
SPÖ Lunz

Leerflächenmanagement und Ortskernbelebung hat im Wahlprogramm der SPÖ einen bedeutenden Stellenwert. „In Lunz gibt es viele leer stehende oder sanierungsbedürftige Gebäude“, betont SP-Ortsvorsitzender Andreas Danner. Und nennt im gleichen Atemzug als größte „Baustellen“ den leer stehenden ersten Stock im „Platzhirsch“-Gebäude im Ortszentrum sowie das Hofbauer-Areal. Zudem sei der derzeitige Standort der Volkshilfe, das Johannes- Stiftungshaus, baufällig und die Dorrstraße nur mehr von Zweitwohnsitzern bewohnt.

„Um diese Flächen wieder zu beleben braucht es vorrangig eine schriftliche Bestandsaufnahme. Das ist bislang nicht geschehen“, übt Danner Kritik an der ÖVP. Danach gelte es die betrieblichen und wirtschaftlichen Aspekte optimal zu unterstützen. „Eine Maßnahme davon könnte zum Beispiel eine teilweise Subventionierung der Miete für neue Geschäfte, beschränkt auf zwei Jahre, im Kerngebiet von Lunz am See sein“, schlägt Danner vor.

Dass die geplante Begegnungszone rund um das Haus der Wildnis hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, stellt Danner klar: „Hier wird nur ein Stück Fläche asphaltiert, das bringt keine neuen Geschäfte in den Ort.“ Generell könnte sich der SPÖ-Vorsitzende am Gelände des Bahnhofes ein neues Gebiet für Betriebsansiedelungen vorstellen. Hier brauche es dringend einen neuen Flächenwidmungsplan. „Durch eine Parzellierung könnten dort neue Arbeitsplätze entstehen, denn schon länger überlegen Lagerhaus und Post ihre Standorte zu erweitern. In diese Richtung müsste es gehen, das hat die ÖVP bislang einfach verschlafen und mit Museumsbau und Schienenradl einfach aufs falsche Pferd gesetzt“, kritisiert Danner.

Erhalt der Bahnstrecke statt Gewerbegebiet

Kritik, die VP-Bürgermeister Josef Schachner nicht so gelten lassen kann: „Wir haben uns gemeinsam mit Tourismusexperten für den Erhalt der Bergbahnstrecke entschieden. Das Bahnhofsgelände als Betriebsgebiet zu nutzen ist für mich keine Option, zumal wir bereits 1,5 Millionen Euro Förderzusage für die Erhaltung der Bahnstrecke vom Land NÖ bekommen haben.“ Außerdem sei der Vertrag mit dem Schienenradl bereits unter Dach und Fach. Die Inbetriebnahme erfolgt im Frühling.

Generell sind dem Ortschef bei manch leerstehenden Objekt die Hände gebunden: „Es ist halt immer einfacher zu reden, aber viele Gebäude befinden sich im Privatbesitz. Da wo wir eingreifen und unterstützen können, tun wir es bereits“, sagt Schachner.

Konkret gibt es bereits Gespräche mit einer Wohnbaugenossenschaft und einem Privatfinanzier bezüglich der Sanierung des Johannes-Stiftungshauses. „Hier sollen in den nächsten zwei, drei Jahren Wohnungen entstehen“, informiert Schachner. Und auch beim Hofbauer-Areal und beim „Platzhirsch“ könnte sich bald etwas zum Guten wenden.

Neuen Geschäftsbetreibern mit einer Subventionierung entgegenzukommen, das sieht der Bürgermeister eher skeptisch: „Das finde ich den anderen gegenüber einfach nicht fair. Viel mehr bringt es, die Infrastruktur anzukurbeln, indem man den Ort wie durch die neue Begegnungszone und das Haus der Wildnis attraktiver gestaltet“ Das würde nicht nur den Tourismus angekurbelt, sondern auch neue Betreiber anlocken.