Peter Bruckner: "Wollen die SP-Absolute brechen". Peter Bruckner (55) geht für die ÖVP Gaming als Spitzenkandidat ins Rennen. Sein Ziel ist das Bürgermeisteramt.

Von Claudia Christ. Erstellt am 25. November 2019 (15:59)
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Der geschäftsführende Gemeinderat Peter Bruckner will nach den Gemeinderatswahlen im Jänner seine ÖVP an der Spitze sehen.
Theo Kust

NÖN: Sie treten bei den Gemeinderatswahlen als Spitzenkandidat für die ÖVP Gaming an, mit welchem Ziel?

Peter Bruckner: Seit Jahrzehnten gibt es in Gaming eine absolute Mehrheit der SPÖ. Hier wird von einer Person alles bestimmt. Unser Ziel ist es, die Absolute der SPÖ zu brechen, um endlich die Möglichkeit zur Mitgestaltung zu haben.

Drei Mandate fehlten bei der Gemeinderatswahl 2015 auf die 12 der SPÖ, wird die ÖVP diesmal die Führung übernehmen?

Bruckner: Es geht darum, eine neuerliche absolute Mehrheit zu verhindern, und da besteht eine realistische Chance. Die Entscheidung liegt bei den Wählern, ob sie Mut und Willen zur Veränderung haben.

Wenn ja, wo sehe Bürgermeister Peter Bruckner Verbesserungspotenzial in der Gemeinde?

Bruckner: Neue Strukturen schaffen, ein Miteinander der Gemeinderäte und der Bevölkerung. Zur Zeit wird immer nur das Notwendigste gemacht, repariert oder geflickt. Mir fehlen die Visionen und eine langfristige Planung.

Welche Projekte stehen für Sie an oberster Stelle?

Bruckner: Wir sind eine Abwanderungsgemeinde. Ich finde, wir sollten mehr für die Familien machen,beispielsweise Kleinkinderbetreuung, Ganztagesbetreuung bei Schülern, feste Verankerung der neuen Fachschule, auf Vordermann bringen unserer Wanderwege, sanfte Tourismusprojekte, die ganzjährig und für alle Altersgruppen nutzbar sind, Entschleunigung des Durchzugsverkehrs, Stärkung von Handel und so weiter.

Wie werden sie Ihren Wahlkampf bestreiten?

Bruckner: Wir kämpfen nicht, wir bewerben uns. Das persönliche Gespräch mit den Gemeindebürgern steht sicher an erster Stelle.

Wo sehen Sie die größten Unterschiede von ÖVP und SPÖ und wo ist man sich einig?

Bruckner: Wir leben die Demokratie, bei uns gibt es keinen Klubzwang, wir sind ein bunter Haufen mit vielen Ideen. Uns geht es nicht um Parteiinteressen, sondern um ein konstruktives Miteinander innerhalb der gesamten Bevölkerung. Wir leben und arbeiten ständig hier, nicht nur ein paar Monate vor der Wahl. Grundsätzlich gibt es viele Gemeinsamkeiten, ein hoher Anteil der Entscheidungen im Gemeinderat ist einstimmig.

Welche Rolle spielen die Freiheitlichen im Gemeinderat für Sie?

Bruckner: Ich habe zu Karl Muckenschlager ein sehr gutes Verhältnis, wenngleich wir nicht immer einer Meinung sind. Unterschiedliche Sichtweisen müssen in einer Demokratie möglich sein.

Wie stellt sich das ÖVP-Team für die Wahl auf, gibt es auch personelle Veränderungen?

Bruckner: Unser Kandidatenteam wird durch einige neue dynamische Persönlichkeiten verstärkt. Wer schlussendlich im Gemeinderat vertreten sein wird, entscheiden die Wähler mit ihren Vorzugsstimmen am Wahltag.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht mit der SPÖ und FPÖ im Gemeinderat. Ist der Wahlkampf bereits deutlich spürbar?

Bruckner: Nach fünf Jahren relativer Ruhe, werden in den letzten drei bis vier Monaten vor der Wahl im Wochentakt Grillfeste für Strassenrenovierungen abgehalten, Vereinsbroschüren erstellt, neue Wahlversprechen erdacht und so weiter. Ich würde mir diesen Eifer auch für die viereinhalb Jahre nach der Wahl wünschen.