Ötscher ist wieder offen für Tourengeher. Verbot aufgehoben: Lifte und Alpinvereine haben sich auf neue Regeln für Pisten- und Tourengeher am Ötscher geeinigt.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. Januar 2018 (04:41)
Ernst Dullnigg (links) und Andreas Buder präsentierten am Samstag die gemeinsam ausgearbeiteten Regeln für das Pisten- und Tourengehen am Ötscher.
Ötscherlifte

Der Aufschrei und die Verärgerung bei vielen Touren- und Pistengehern war groß, nachdem Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder im Dezember ein absolutes Pisten- und Skitourengeh-Verbot am Ötscher verhängt hatte – mit Androhung von Anzeigen.

„Ich war mir bewusst, dass ich mir mit dieser drastischen Maßnahme nicht nur Freunde mache, aber so haben wir es geschafft, dass über eine für alle Seiten vernünftige Lösung diskutiert wird. Und die haben wir jetzt gemeinsam mit allen alpinen Vereinen zustande gebracht“, freut sich Buder.

„Der Trend zum Pisten- und Tourengehen nimmt zu. Viele nutzen die Pisten auch als Zubringer für ihre Touren im freien Gelände. Da bedarf es klarer Regelungen, auch um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten“, erklärt auch Naturfreunde Landesgeschäftsführer Ernst Dullnigg.

Erster Lösungsvorschlag

Diese Regeln wurden nun am Ötscher gemeinsam von der Liftgesellschaft, der Forstverwaltung Langau, dem Österreichischen Touristenklub, den Naturfreunden und dem Alpenverein erarbeitet. Die Aufstiege zum Ötscher Schutzhaus und zum Kleinen Ötscher verlaufen auf der Riffelabfahrt und dem Skiweg. Für die Steilhänge gilt ein Verbot. Im oberen Teil liegen die Routen im bewaldeten Gebiet abseits der Pisten. Die Abfahrten vom Schutzhaus oder dem Kleinen Ötscher sind während der Liftbetriebszeiten auf allen Pisten möglich.

Außerhalb der Betriebszeiten – zwischen 16.30 Uhr bis 8 Uhr – ist das Touren- und Pistengehen und das Abfahren auf den Pisten der Ötscherlifte verboten. Dafür gibt es jeden Dienstag einen Skitouren-Abend. Da kann die Riffelpiste am Großen Ötscher bis 20 Uhr begangen und befahren werden.

„Es ist einmal ein erster Lösungsvorschlag, den wir natürlich nach dieser Saison gemeinsam auch evaluieren und gegebenenfalls anpassen werden“, erklärt Buder. In den nächsten Tagen soll die entsprechende Beschilderung erfolgen. So soll es auch beim Parkplatz bei der Distelpiste eine Übersichtstafel mit einem Pistenplan, den zwei Routen auf Großen und Kleinen Ötscher sowie den Tourenski- und FIS-Regeln geben.

Auf Gebühren verzichtet man am Ötscher vorerst. „Auch das ist ein Punkt, den man für nächstes Jahr andenken kann. Aber wir wollten da jetzt keine Husch-Pfusch-Lösung machen“, sagt Buder.