Gresten: Gemeinsame Sache für schnelles Netz

Erstellt am 03. März 2022 | 06:40
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8294819_erl09gresten_breitbanddsc_1569.jpg
Begutachten den Plan vom Großprojekt: die beiden Bürgermeister Erich Buxhofer (links) und Harald Gnadenberger (rechts) mit dem geschäftsführenden Gemeinderat Raimund Schuster (Gresten-Land) und Grestens-Vizebürgermeister Johannes Buchebner.
Foto: Claudia Christ
Mit der Gründung der „Breitband Gresten GmbH“ setzten die beiden Gemeinden den Startschuss für den Infrastrukturausbau.
Werbung
Anzeige

Seit zwei Jahren ist der Ausbau des Breitbandnetzes in den Gemeinden Gresten-Land und Markt bereits Thema. Mit der Vertragsunterzeichung zur Gründung einer GmbH fand das Großprojekt nun seinen Auftakt.

Während die dicht bebaute Marktgemeinde aktuell mit A1 noch gut aufgestellt ist, ist die Nachfrage in der Nachbargemeinde mit entlegenen Regionen und abgelegenen Gehöfen dringlicher. „Es gab viele Rückfragen von Bürgern diesbezüglich und aufgrund von Homeoffice und Corona hat sich der Bedarf noch verstärkt. Mir ist sogar ein Fall bekannt, bei dem das Breitband eine Bedingung für eine Hofübernahme war“, erklärt Bürgermeister Erich Buxhofer (Gresten-Land).

Ursprünglich wollten die beiden Gemeinden mit dem Pilotprojekt in Randegg gemeinsame Sache machen. „Doch wir haben uns nun entschlossen, den Infrastrukturausbau durch eine eigene Gesellschaft zu verwirklichen“, erklärt Grestens Bürgermeister Harald Gnadenberger. Beide Gemeinden sind somit 100 Prozent Eigentümer der GesmbH, die Anteile werden 50:50 aufgeteilt. Als Geschäftsführer fungieren die beiden Bürgermeister, jeweils zwei Gemeinderäte bilden die Beiräte.

Ein vollflächiger Ausbau mit Glasfaser ist das Ziel

„Unser Ziel ist der vollflächige Ausbau der beiden Gemeinden mit Glasfaser. Wir wollen alle Bürger ermutigen, die einmalige Chance zu nutzen “, sagen die Gemeindechefs. Neben einer Wertsteigerung der Liegenschaft für jeden einzelnen Grundstücksbesitzer sieht Bürgermeister Buxhofer für seine Landgemeinde dadurch auch eine Chance, die Abwanderung zu stoppen.

Damit sich das Projekt rechnet, braucht es natürlich eine gewisse Beteiligungsquote. Um diese zu erreichen, soll ab der zweiten Jahreshälfte mit der Bewerbung begonnen werden. Wie viel ein Anschluss kosten wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Jetzt gilt es erst einmal, durch eine offizielle Ausschreibung einen Anbieter zu finden und Schnittstellen auszuloten. „Dabei werden wir auch das Know-how und die Betreuung durch die nöGIG in Anspruch nehmen“, meint Buxhofer.

Zudem wird der Streckenverlauf der Leitungen für die notwendigen Grabungsarbeiten ermittelt. Diese werden von der Gemeinde durchgeführt. „Wir in der Marktgemeinde nutzen dabei gleich die Synergieeffekte und werden unsere Wasserleitungsrohre, die zum Teil über 40 Jahre alt sind, im Zuge der Glasfaserverlegung austauschen“, sagt Gnadenberger.

Der Zeitplan sieht vor, dass bereits im kommenden Jahr mit der Verlegung begonnen werden könnte. „Wenn alles nach Plan geht und keine größeren Probleme auf uns zukommen, kann das klappen. Denn auch in puncto Förderung haben wir etwas Zeitdruck. Diese laufen nämlich spätestens 2024 aus“, erklärt Gemeinderat Raimund Schuster. Insgesamt wird das Großprojekt fünf Millionen Euro, abzüglich der Förderungen von Bund und Ländern, verschlingen. „Eine notwendige Investition in die Zukunft“, sind sich die beiden Bürgermeister einig.

Werbung