Fernheizwerk brannte komplett nieder

Das Göstlinger Fernheizwerk stand am Sonntagabend in Vollbrand, fünf Wehren mit rund 100 Feuerwehrleuten waren machtlos. 1991 errichtetes Werk ist zur Gänze vernichtet.

Erstellt am 12. Januar 2015 | 07:24
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Fernheizwerk Göstling in Vollbrand
Foto: NOEN, FF Göstling
Um 17.46 heulten am Sonntagabend die Sirenen bei der Feuerwehr Göstling und dem Zug Hochreit. Brand im Fernwärmeheizwerk hieß die Alarmmeldung. Bereits beim Eintreffen des ersten Feuerwehrautos beim Einsatzort wurden die Alarmstufe erhöht und die Feuerwehren Lunz am See und Lassing zusätzlich alarmiert.



„Wir begannen sofort mit einem umfassenden Löschangriff. Zum Glück mussten wir das Löschwasser nur wenige Meter von der Ybbs zum Brandobjekt pumpen. Aber der Einsatz war dennoch sehr schwierig, da aufgrund der schwierigen Windverhältnisse unsere Leute auch bei der Brandbekämpfung von außen nur mit Atemschutz arbeiten konnten“, schildert Einsatzleiter Reinhard Blamauer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Göstling.

Rätselraten um den Brand-Auslöser

Trotz aller Bemühungen von knapp 100 Feuerwehrleuten – sogar die Drehleiter der FF Waidhofen an der Ybbs kam zum Einsatz – war das Gebäude nicht mehr zu retten und brannte bis auf die Grundfeste nieder. Die Löscharbeiten konnten zwar gegen 23 Uhr beendet werden, die FF Göstling war aber die ganze Nacht hindurch im Einsatz und hielt Brandwache.

Was den Brand ausgelöst hatte, stand am Montagmorgen noch nicht fest. Der Brandsachverständiger des Landeskriminalamtes nahm erst am Montagvormittag die Ermittlungen auf. Die ersten Wahrnehmungen deuten aber auf einen technischen Defekt hin.

Florianis halten noch Brandwache

Ein Anrainer hatte das Feuer als Erstes gesehen und gemeinsam mit seinem Nachbar die Einsatzkräfte alarmiert. Laut dem Zeugen könnte der Brand in der Mitte des Technikraumes ausgebrochen sein, wo sich die Aschenentsorgung sowie ein Feinstaub-Elektro-Filter befindet.



Frieren musste aber niemand in Göstling. Um drei Uhr nachts konnten der Betrieb mit einem Notaggregat aufgenommen und alle angeschlossenen Gebäude wieder versorgt werden. „Die Versorgung der Schulen und des Kindergartens ist gesichert“, teilt Amtsleiter Walter Ruspekhofer der NÖN mit. Auch im Ybbstaler Solebad, dem größten Wärmeabnehmer, dürfte es zu keiner Betriebsunterbrechung kommen.

Der Brandgeruch war jedenfalls am Sonntagabend in ganz Göstling zu riechen. Auch zahlreiche Schaulustige fanden sich daher beim Einsatzort ein.