Handgenähte Dirndl-Tradition von Eva Maria Hörsig

Erstellt am 27. November 2022 | 16:59
Lesezeit: 3 Min
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Dirndlschneiderin Eva Maria Hörsig, sie trägt das Ybbstaler Dirndl, mit Volkskultur Niederösterreich-Chefin Manuela Göll und Erlauftaler Dirndl-Trägerin Marita Teufl beim Wettbewerb „nachhaltig.Dirndl“.
Foto: NÖ Volkskultur
Seit 16 Jahren schneidert Eva Maria Hörsig Dirndl. Besonders am Herzen liegen ihr die Ybbstaler und Erlauftaler Tracht.
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Das Dirndl, ein Kleidungstück mit Tradition und langer Lebensdauer. Eine, die sich dem Nähen dieser traditionellen Tracht verschrieben hat, ist die Göstlingerin Eva Maria Hörsig. Die 72-Jährige hat heuer bereits zum zweiten Mal beim Wettbewerb „nachaltig.Dirndl“ der Volkskultur NÖ teilgenommen. 33 Teilnehmer haben 44 Modelle eingerecht. Diese wurden nach Kreativität, dem ressourcenschonenden Umgang mit Materialien sowie der Fertigung beurteilt. Für eine Auszeichnung hat es bei der Pensionistin leider nicht gereicht, „aber ich habe wieder viele neue Menschen kennengelernt und mich mit ihnen über unsere Erfahrungen ausgetauscht“, meint sie.

Die gelernte Schneiderin hat durch die Arbeit in einem Trachtengeschäft Gefallen an der Tracht gefunden. Vor allem die zwei, für die Region typischen Modelle, haben es ihr angetan. „Ich möchte, dass das Ybbstaler und das Erlauftaler Dirndl nicht in Vergessenheit geraten“, meint sie.

Das Ybbstaler Dirndl, wie es die Göstlinger Goldhaubengruppe trägt, zeichnet das dunkelbraune Oberteil, der dunkelgrüne Rock und die goldene bis lachsfarbenen Schürze aus. „Dieses Dirndl erinnert an den goldenen Herbst im Mostviertel. Das Oberteil wird aufwendig mit Blumen bestickt“, erklärt die Schneiderin. Das Erlauftaler mit rotem Oberteil, braunem Rock und schwarzer Schürze wird aktuell von den Purgstaller Goldhauben getragen.

Es braucht rund 20 Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung der Tracht. „Da ist wirklich alles Handarbeit, vom gezogenen Rock bis hin zum Knopfloch und aufwendig gestickten Blümchen“, meint Hörsig. Exaktes Arbeiten und besondere Kniffe sind da gefragt: „Ein Dirndl muss für mich auf jeden Fall faltenlos sein, denn es soll wie ein Mieder an die tragende Person angepasst werden.“

Auch bei der Auswahl der Stoffe und Materialen wird besonderes Augenmerk auf die Qualität gelegt. Das dafür benötigte Leinen oder die Baumwolle kauft die Göstlingerin in Fachgeschäften in Bad Aussee, Bad Ischl und in Krems bei der NÖ Volkskultur. Der Preis eines solchen zeitlosen Kleidungsstückes variiert je nach Arbeitsaufwand und Materialien. „Mein Dirndl begleitet mich schon über 40 Jahre. Nachhaltiger geht es einfach nicht“, meint Hörsig. Wegen des Geldes mache sie das auf keinen Fall: „Die größte Belohnung für mich ist die Freude, die ich empfinde, wenn ich eine Kundin damit glücklich machen kann, oder wenn ich eine Kundin mit einem meiner Werke an einem Festtag oder in der Kirche damit sehe.“

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