Gruber zu Nahversorger: „Bin mit Rewe im Gespräch“. Rewe-Konzern ist weiter auf Standortsuche. FPÖ-Bezirksobmann Teufel fordert die Bürgermeister auf zu handeln.

Von Claudia Christ. Erstellt am 10. September 2019 (03:31)
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Symbolbild

Das Vorhaben des Rewe-Konzerns, einen Billa-Markt zwischen Göstling und Lunz errichten zu wollen, machte bereits im Herbst des Vorjahres die Runde. Nach der damaligen Absage der beiden Gemeinden Gaming und Göstling wurde ein möglicher Standort in Lunz konkreter ins Auge gefasst. Doch die Verhandlungen mit dem privaten Grundstückseigentümer kamen ins Stocken.

Ein Umstand, der dem FPÖ-Bezirksobmann Reinhard Teufel sauer aufstößt. In einer Presse- aussendung fordert er die Bürgermeister der drei Gemeinden auf, endlich zu handeln. „Die Vorteile einer Rewe-Ansiedelung reicht vom gesunden Wettbewerb über die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region bis hin zu deren Aufwertung“, zeigt sich der Landtagsabgeordnete verärgert.

Auf Anfrage der FPÖ beim Konzern, warum aus der Ansiedlung der Billa-Filiale nichts geworden sei, teilte Rewe-Pressesprecher Paul Pöttschacher mit: „Wir sind nicht nur in Lunz, sondern im gesamten Bereich des Erlauftals zwischen Gaming und Göstling aktiv auf der Suche nach geeigneten Standorten. In der Gemeinde Lunz haben wir aktuell leider kein geeignetes und verfügbares Grundstück gefunden.“

„Es ist beschämend, dass die Bürgermeister offensichtlich nicht willens sind, dem Unternehmen ein Angebot zu machen.“Reinhard Teufel (FPÖ)

„Beschämend“, meint Teufel, „dass die amtierenden Bürgermeister von Lunz und Gaming offensichtlich nicht willens sind, dem Unternehmen ein attraktives Angebot zu machen und ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen.“ Hier gehe es schließlich nicht nur um wirtschaftliche Interessen eines großen Lebensmittelkonzerns, sondern auch um eine reibungslose und bequeme Nahversorgung in der strukturschwachen südlichen Region des Bezirks.

In Lunz reagiert man auf diesen Vorwurf gelassen: „Das von Rewe ins Auge gefasste Grundstück ist in Privatbesitz. Meines Wissens gibt es hier Probleme mit dem Pachtvertrag sowie dem Straßenbauamt bezüglich einer zusätzlich notwendigen Abbiegespur“, informiert VP-Bürgermeister Josef Schachner. Er stehe dem Projekt jedoch durchaus positiv gegenüber. Denn derzeit gibt es im Dorf nur einen Nahversorger.

Unimarkt-Betreiber Roman Huber äußerte bereits beim Bekanntwerden des Vorhabens im Herbst seine Bedenken über die zusätzliche Konkurrenz: „Das ist eine reine Verdrängung.“ Bürgermeister Schachner stellt klar: „Sollten die Unklarheiten mit dem Grundbesitzer geklärt werden können, werden wir hier unterstützend eingreifen. Aber von Gemeindeseite aus können wir derzeit kein passendes Grundstück anbieten.“

Optimistischer gibt sich da schon SP-Bürgermeisterin Renate Gruber in Gaming: „Ich führe diesbezüglich bereits seit drei Wochen Gespräche mit Rewe“, lässt sie ihrem Gemeinderatsmitglied Reinhard Teufel postwendend per NÖN ausrichten.

Gruber, die mittlerweile in ihrer Gemeinde neben einem Spar und dem Einkaufszentrum „Kauf z’Haus“ doch durchaus Potenzial für einen weiteren Nahversorger sieht, hält sich aber aufgrund der laufenden Verhandlungen mit Details noch sehr bedeckt. Nur so viel will die Nationalratsabgeordnete verraten: „Das Grundstück befindet sich derzeit noch im Privatbesitz. Die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer laufen bereits. Bis Ende des Jahres sollte die Entscheidung fallen, ob Gaming einen Billa bekommt.“

Eine wiederholte Absage erteilte der Göstlinger VP-Bürgermeister Friedrich Fahrnberger dem Rewe-Konzern. „Für uns ist das kein Thema. Wir sind mit unseren beiden Nahversorgern im Ort bestens versorgt“, stellt Fahrnberger klar.

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