Im Winter am Berg, im Sommer am See. Das „JoSchi-Imperium“ wächst: Johannes Putz hat mit der JoSchi Hochkar GmbH die Schlosstaverne in Lunz am See gepachtet.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. Dezember 2018 (04:00)
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222 Betten, 70 Zimmer, sechs Gastro- und sechs Unterkunftsbetriebe sowie Skischule und zwei Skiverleihe am Hochkar gehören zur JoSchi Hochkar GmbH. In der Vorwoche wagte Johannes Putz den nächsten Schritt. Er und Bernd Puritscher, Geschäftsführer der Forstverwaltung Seehof in Lunz , unterschrieben den Pachtvertrag für die Schlosstaverne am Lunzer See.
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In der Küche des JoSchi-Sporthauses am Hochkar laufen die Vorbereitungsarbeiten auf die Wintersaison auf Hochtouren. Küchenchef Bernhard Walter aus Wieselburg und seine beiden Sous-Chefs Florian Fohringer aus Scheibbs und Raphael Käfer aus Göstling bereiten derzeit hunderte Gerichte vor – vom Kas pressknödel über die Pasta Asciutta-Sauce bis hin zum Wildragout. Alles selbst gemacht und mit regionalen Zutaten. Darauf legt Johannes Putz, Besitzer und Geschäftsführer der JoSchi Hochkar GmbH, Wert.

Die Gerichte werden schock-gefroren und vakuumiert. Allein in die neuesten Küchengeräte hat Putz heuer im Sommer knapp 40.000 Euro investiert. „Systemgastronomie hat ihren Preis. Aber wenn du Qualität liefern willst, auch zu Stoßzeiten, wie wir es bei unseren Gastronomiebetrieben am Hochkar erleben, dann musst du hier bestens gerüstet sein“, weiß Putz.

Vom Skischullehrer zum Unternehmer

1992 hat der heute 48-jährige Göstlinger mit seiner Skischule am Hochkar gestartet. 2003/04 erfolgte mit der Eröffnung der JoSchi-Après-Ski-Bar der Einstieg ins Gastgewerbe. 2013 baute er gemeinsam mit Michael Putz, Thomas Geischläger und Marcus Bachmair als Sporthotel Hochkar GmbH das Sporthaus um und pachtete sich mit der JoSchi Hochkar GmbH dort ein. Berghaus, Karhütte und Sportpension folgten als Pachtobjekte. 2016 erwarb Putz schließlich den Almgasthof, baute diesen völlig um und verdoppelte heuer im Sommer die Fläche seines Skischulgebäudes beim Kinderland. „Wir haben dort vor allem auch die Kapazitäten unseres zweiten Skiverleihs erhöht, um die Abläufe zu perfektionieren“, schildert Putz. Mehr als fünf Millionen Euro hat Putz damit in den letzten fünf Jahren am Hochkar investiert.

Ab 1. März 2019 hat Putz den vor zwei Jahren generalsanierten Gasthof in Lunz für fünf Jahre gepachtet. Derweilen laufen in der Küche im JoSchi-Sporthaus die Vorbereitungen auf die Wintersaison auf Hochtouren (rechts unten). Im Bild von links: Florian Fohringer, Bernhard Walter und Raphael Käfer
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„Wir beschäftigen aktuell in der Hauptsaison im Winter um die 70 Mitarbeiter in allen Bereichen – Gastronomie, Skischule und Verleih. Dabei können wir zum Glück auf einen großen Stock an Stammpersonal zurückgreifen“, sagt Putz. Knapp zwei Drittel der Mitarbeiter sind Österreicher, die übrigen kommen aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien. „Dabei werden die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter immer wichtiger“, weiß Putz. „Heute fragt keiner mehr, was verdiene ich, sondern wo wohne ich“, schildert der Unternehmer.

Ab April 2019: JoSchi goes Lunz am See

In der Vorwoche wagte er nun auch mit Blickrichtung auf seine Mitarbeiter einen weiteren Schritt: Johannes Putz pachtete die Schlosstaverne in Lunz für die nächsten fünf Jahre. Der vor zwei Jahren von der Forstverwaltung Seehof umgebaute Gasthof mit vier Fremdenzimmern und einem Appartement ist seit Ende September geschlossen. Jasmin Epting musste den Pachtvertrag aus gesundheitlichen Gründen kündigen. Mit April will Johannes Putz dort durchstarten. „Damit kann ich meinen Mitarbeitern eine Ganzjahresbeschäftigung anbieten. Im Winter am Berg, im Sommer am See. Das sollte sich optimal kombinieren lassen“, ist Putz guter Dinge.

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