Wildnisgebiet: Ein Jahr Weltnaturerbe. UNESCO-Status sorgte für größere Bekanntheit des 400 Hektar großen Dürrenstein-Urwalds.

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 26. Juli 2018 (05:00)

Seit einem Jahr ist das Wildnisgebiet Dürrenstein mit den oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen das erste österreichische UNESCO-Weltnaturerbe. Verändert hat sich für das Wildnisgebiet vor allem eines, weiß Wildbiologin und Pressesprecherin Nina Schönemann: „Das Bewusstsein für dieses Naturjuwel ist größer geworden. Leute, die uns vorher nicht kannten, wissen nun vom Wildnisgebiet.“ Zudem sei auch die Wertschätzung gestiegen: „Es war vielen gar nicht klar, dass wir in Österreich einen Urwald haben.“

Pernkopf: "Der Nobelpreis im Naturschutz"

Zum ersten Jahrestag kam Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf mit einer Abordnung ins Wildnisgebiet: „Die Erhebung zum UNESCO-Weltnaturerbe ist der Nobelpreis im Naturschutz, das Wildnisgebiet Dürrenstein steht damit auf einer Stufe mit den Galapagos-Inseln, dem Great Barrier Reef und den Südtiroler Dolomiten.“

Förster Reinhard Pekny gab interessante Einblicke, so ist der Urwald etwa seit der letzten Eiszeit unberührt von menschlicher Nutzung und beheimatet seltene Tier- und Pflanzenarten. „Das macht uns stolz, ist aber gleichzeitig auch Auftrag für die Zukunft, diesen Schatz für alle nachfolgenden Generationen zu behüten und streng zu schützen“, betont Pernkopf.

Weltnaturerbe-Zentrum wird errichtet

Um diesen Schatz zu präsentieren, wird in Lunz das Weltnaturerbe-Zentrum „Haus der Wildnis“ demnächst errichtet. Das Projekt kostet insgesamt fünf Millionen Euro. Für die Bauphase sind eineinhalb bis zwei Jahre eingeplant. Das Gebäude mit 1.000 m Ausstellungsfläche wird in Holzbauweise und mit Materialien wie Naturstein errichtet.