Pfarrer Josef Hahn will „den Rucksack wegstellen“

Der Göstlinger Pfarrer Josef Hahn geht in Pension. Steinakirchner Kaplan Yohanu Katru folgt ihm.

Karin Katona
Karin Katona Erstellt am 27. August 2020 | 14:29
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Pfarrer Josef Hahn geht in Pension. Am kommenden Sonntag, 30. August, wird er bei der Heiligen Messe um 9.30 Uhr offiziell verabschiedet. Danach gibt es eine Agape am Kirchenplatz.
Foto: Perschl

NÖN: Nach 36 Jahren in der Pfarre Göstling Abschied nehmen – wie geht es Ihnen?

Josef Hahn: Im Leben geht es doch immer auch ums Loslassen. Wir machen ständig Veränderungen durch. Auch in meiner Zeit als Pfarrer hat es viele Veränderungen gegeben. Kinder, die man getauft hat, werden groß, haben selber Kinder. Im Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat gibt es alle fünf Jahre neue Gesichter, auch das gehört zum Pfarrleben.

Sind Sie schon in den Umzugsvorbereitungen?

Hahn: Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv. Mit dem Einzug des neuen Pfarrers beginnt ja die Generalsanierung des Pfarrhofs. Da haben wir jetzt ausgeräumt, entrümpelt, mit den ausgemusterten Sachen einen Flohmarkt gemacht. Anfang September kommen dann die Handwerker.

Und wohin gehen Sie selbst?

Hahn: Ich habe mich entschlossen, in Göstling zu bleiben. Ich bin halt jetzt ein ganz normales Pfarrmitglied. Aber natürlich stehe ich meinem Nachfolger noch gern zur Verfügung, wenn er mich braucht.

Tut so der Abschied weniger weh?

Hahn: Ja, es wäre schmerzhaft, wenn ich weit weg müsste. So ist es nur der Abschied vom Amt.

Ihr Nachfolger wird der Steinakirchner Kaplan Yohanu Katru?

Hahn: Ja, er freut sich schon sehr auf die Aufgabe. Und die Bevölkerung freut sich natürlich auch sehr auf den neuen Pfarrer und wird ihn unterstützen, so wie sie mich immer unterstützt hat.

Wann wird der neue Pfarrer vorgestellt?

Hahn: Am 5. September. Aber er kommt schon ein paar Tage früher, weil er sich noch etwas eingewöhnen will.

Zurück zu Ihnen: Was hat sich in der Pfarre während Ihrer Amtszeit alles getan?

Hahn: Es hat sich sehr viel getan, schon rein baulich: Der Pfarrhof und die Kirche sind renoviert worden. Und statt des alten Pfarrheims wurde das PfarrKulturHaus gebaut.

Was haben Sie an Ihrer Pfarre besonders geschätzt?

Hahn: Den Zusammenhalt und die Gemeinschaft. Die Zusammenarbeit mit Pfarrkirchen- und Pfarrgemeinderat, den vielen ehrenamtlichen Helfern, der Gemeinde. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich auch im jüngsten Pfarrbrief geschrieben. Es war mir ein Anliegen, allen zu danken.

Was werden Sie besonders in Erinnerung behalten?

Hahn: Die vielen schönen Feiern, die schön gestalteten Festgottesdienste, aber auch Familienfeste wie Taufen und Hochzeiten. Und nicht zuletzt die feierlichen Almmessen unter freiem Himmel. Die sind auch bei Touristen und Wanderern von Jahr zu Jahr beliebter geworden. Sehr wichtig für mich waren aber auch immer die Hausbesuche.

Kann denn ein Seelsorger jemals wirklich in Pension gehen?

Hahn: Eigentlich nicht wirklich, weil man ja immer noch am Pfarrleben teilnimmt. Aber man kann es ruhiger angehen. Ich freue mich darauf, jetzt mehr Zeit für mich selbst zu haben, nicht immer auf Abruf da sein zu müssen. Das ist, wie wenn man beim Wandern den schweren Rucksack wegstellen darf.