Zukunft der Landwirtschaft im Fokus von Hofgesprächen

Die Zukunft der Landwirtschaft war Thema bei den Hofgesprächen am Bauernhof Zettel in Göstling.

Erstellt am 05. Oktober 2021 | 18:43

Der Bauernhof „Ablass“ der Familie Zettel-Lengauer war am Freitag im Bezirk Schauplatz der Hofgespräche, die anlässlich der Woche der Landwirtschaft niederösterreichweit stattgefunden haben.

Der Betrieb von Wolfgang und Heidi Zettel ist ein Musterbeispiel dafür, wie Landwirtschaft gelebt werden kann. Mit Urlaub am Bauernhof, der Jausenstation, einem Museum im Altbauernhaus und der Betreuung des Langlaufzentrums Hochreit hat sich die Familie — im Haus leben und arbeiten vier Generationen — auf 832 Seehöhe eine solide Grundlage für die Zukunft geschaffen. Das wurde besonders beim Rundgang mit den geladenen Gästen, darunter der Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer, Johannes Schmuckenschlager, Bauernbund-Präsident, Georg Strasser, sowie Landwirtschaftkammerrätin Anita Heigl, besonders deutlich. Trotz aller Idylle, die rund um den Bauernhof, der bereits 1437 erstmals erwähnt wurde, herrscht, einschließlich eines sagenhaften Blickes auf den Sonnstein und Hochkar, wurde an diesem Tag auch Klartext gesprochen. „Das Bild der Landwirtschaft ist oft negativ behaftet. Die Woche der Landwirtschaft ist notwendig, weil die Arbeit der Landwirte sonst immer mehr in Vergessenheit gerät“, betonte LK-Obmann Franz Rafetzeder.

Die Pandemie habe gezeigt, dass wir die landwirtschaftlichen Betriebe dringend brauchen. Die Landwirte brauchen aber gewisse Preise, um bestehen zu können, ergänzte LK-Präsident Schmuckenschlager. Grundlage dafür ist eine gemeinsame Agrarpolitik auf Bundes- und Europa-Ebene. „Dieser Austausch ist wichtig, damit die Betriebe wichtige Entscheidungen für die nächsten fünf, zehn und 15 Jahre treffen können“, betonte Bauernbund-Präsident Strasser.

Die Aufgaben der Landwirtschaft sind vielfältig und reichen weit über die Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln hinaus. „Die Betriebe sind auch Rohstofflieferanten, bringen einen Mehrwert für das Land, sorgen für Wald und Tier und beleben die Dörfer“, sagte Landeskammerrätin Anita Heigl, die mit dem Spruch: „Und wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot“, die Bedeutung der Landwirtschaft nicht treffender ausdrücken hätte können.

Herausforderungen für die Landwirtschaft

Welche Herausforderungen die Landwirtschaft im Bezug auf den Tourismus bevorstehen, darauf verwies der Göstlinger Bürgermeister Friedrich Fahrnberger: „Gerade durch das angrenzende Wildnisgebiet sind wir hier gefordert, denn wir haben auch touristische Verpflichtungen unseren Gästen gegenüber, die wir erfüllen müssen.“

Zudem gilt es beim Konsumenten ein Vertrauen aufzubauen und ihm den Mehrwert beim Kauf eines regionalen Produktes noch bewusster zu machen. Die Landwirtschaft muss spürbarer werden. „Eine offene Stalltür, besonders für Stadtkinder, kann hier ebenfalls sehr hilfreich sein“, bedankt sich Landtagsabgeordneter Anton Erber bei der Familie Zettel. Augustin Reichenvater, Bezirksstellenleiter der WKNÖ, lobte die tolle Zusammenarbeit im Bezirk: „Das wäre eine tolle Modellregion.“