Saisonstart im Mendlingtal: Frühling auf dem „Holzweg“. Mit 7. Mai öffnet das Mendlingtal nach dem tragischen Unglück wieder seine Pforten. Die NÖN machte sich vorab ein Bild.

Von Karin Katona. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:52)
Das Wasser rauscht über die Schautriftanlage. Andrea Fahrnberger freut sich auf Besucher. Foto: Karin Katona
Karin Katona

Vor drei Wochen lag noch der Schnee im Mendlingtal. Jetzt ist, fast ungestüm, der Frühling eingezogen, alle Frühlingsblumen, vom Märzenbecher bis zum Bärlauch, wollen gleichzeitig ans Licht.

Noch sind die Aufräum- und Holzschlägerungsarbeiten im Gang. Das Holz für das Schautriften liegt schon bereit. Und am 7. Mai begrüßt das Mendlingtal nach einer langen Pause wieder seine Besucher.

Das Wasser rauscht über die Schautriftanlage. Foto: Karin Katona
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Die Schließzeit im Tal war diesmal länger als die übliche Winterruhe gewesen. Denn nach dem schrecklichen Unfall im Oktober 2020, als ein vierjähriges Mädchen von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde, blieb das Mendlingtal geschlossen. Wir hatten berichtet:

Die Saison 2020, so Andrea Fahrnberger vom Mendlingtal-Team, wäre eine rekordträchtige gewesen.

2020: Besucherrekord war vorherzusehen

Der Themenweg rund um den Weg des Holzes zählte im Vorjahr zu den Gewinnern der Corona-Krisenzeit. „Wir hatten bis zum Zeitpunkt des Unfalls schon 39.000 Besucher, so viele wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Doch der Unfall hat alles beendet und überschattet natürlich das ganze Jahr.“

Nach der Untersuchung im Lauf der Gerichtsverhandlung, die kein Fremdverschulden feststellte, wurde eine nochmalige, ausgiebige Untersuchung durch eine Expertenkommission vorgenommen. Jetzt dürfen wieder Besucher ins Mendlingtal. Und schon zwei Wochen vor der eigentlichen Eröffnung war die NÖN zu einer Vorabführung mit Andrea Fahrnberger eingeladen.

„Wir schauen positiv und voller Vorfreude in die Zukunft. Es gibt viele Pläne und neue Projekte.“ Andrea Fahrnberger, Erlebniswelt Mendlingtal

Im Vorfeld der Saison 2021 ging es neben der Vorbereitung des Terrains auch um die Corona-Vorsichtsmaßnahmen. Dazu wurde ein Konzept erarbeitet, das die Ansammlung größerer Menschengruppen verhindern und die Einhaltung der Abstandsregeln erleichtern soll.

Wie schon im Vorjahr wird es auch heuer keine Gruppenführungen geben. In den Innenräumen, wie im Shop oder im Holzknechtmuseum, ist nur eine begrenzte Personenanzahl zugelassen, FFP2-Masken sind Pflicht.

„Wir fühlen uns gut vorbereitet“, sagt Andrea Fahrnberger. „Wir blicken positiv in die Saison und freuen uns auf die Besucher.“ Auch Zukunftspläne werden wieder geschmiedet. In Zusammenarbeit mit der HTL Krems soll ein neuer Stadel gegenüber der Veneziaklamm entstehen. Das Gebäude soll für Veranstaltungen mit Schul- und Seminargruppen genutzt werden.

Andrea Fahrnberger freut sich auf Besucher. Fotos: Karin Katona
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„Der Stadel ist so konzipiert, dass er auch als Bühne eingesetzt werden kann. Der Plan für den Bau steht bereits. Nun geht es in die Detailplanung“, informiert Fahrnberger vom Mendlingtal-Team.

Stolz zeigt sie auch den großen Bauerngarten, der im Vorjahr in die Niederösterreichischen Schaugärten aufgenommen worden ist und wo schon grüne Spitzen diverser Pflänzchen aus dem Boden schauen. Für das Gemüse sind die Nächte noch zu kalt, doch die Rankgerüste für die Bahnen sind schon aufgebaut. Auch rund um den Bauerngarten soll es in naher Zukunft Projekte, wie ein Land-Art-Projekt für Kinder, geben. „Die Kinder sollen Dinge aus Naturmaterialien gestalten“, stellt sich Andrea Fahrnberger vor.