Fahrnberger: Mendlingtal-Tragödie „noch im Hinterkopf“. Der Göstlinger Ortschef Friedrich Fahrnberger über die Bewältigung der Tragödie, aber auch die Freude über den Neustart.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:49)
Friedrich Fahrnberger, Bürgermeister, zum Saisonstart im Mendlingtal.
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NÖN: Seit dem Unglück im Oktober, bei dem eine Vierjährige von einem Baum tödlich verletzt wurde, war das Mendlingtal geschlossen. Nun steht der Saisonstart wieder bevor, mit welchem Gefühl gehen Sie in die Saison?

Friedrich Fahrnberger: Ich freue mich natürlich, dass wir wieder aufsperren können. Aber ich glaube, da spreche ich auch für das gesamte Team, das sich für die Sache zu 100 % einsetzt.

Inwieweit ist das Unglück noch im Hinterkopf, auch bei den Mitarbeitern?

Ja, natürlich ist das noch in den Hinterköpfen von uns allen. So etwas steckt man nicht so leicht weg. Dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit jetzt nach Einstellung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft vom Tisch ist, hilft uns sehr bei der Bewältigung der Tragödie. Es wird aber noch eine Weile dauern, denke ich, bis da wieder eine gewisse Normalität einkehren wird.

Welche Maßnahmen wurden ergriffen in puncto Sicherheit?

Wir haben alles doppelt und dreifach gecheckt und überprüft. Der Weg wurde von Baumfachverständigen, Geologen und Baumkundlern akribisch ins Visier genommen. Mehr können wir einfach nicht tun. Ich kann garantieren, dass wir weiterhin mit absoluter Vorsicht und Sorgfalt vorgehen und keine Kosten und Mühen scheuen werden. Eines muss uns aber klar sein, die Natur ist einfach nicht berechenbar.

Hat es jemals Ihrerseits Zweifel gegeben, das Mendlingtal wieder aufzusperren?

Nein, eigentlich nicht, denn ich bin der Meinung, dass wir dieses Naturjuwel der Öffentlichkeit einfach nicht vorenthalten können. Natürlich könnte ich ruhiger schlafen, wenn wir es einfach zusperren würden, aber gerade in Zeiten wie diesen brauchen wir die Natur dringender denn je.