„Das Herz blutet“: Fahrnberger schließt „Glückshaus“ . Mit Ende August schließt Elke Fahrnberger „Glückshaus“ in Göstling und konzentriert sich auf Intersport-Filiale in Wieselburg.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. Juni 2020 (05:53)
Das „Glückshaus“ schließt Ende August.
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Seit über 120 Jahren und fünf Generationen ist die Geschichte der Familie Fahrnberger eng mit dem Geschäft in Göstling 51 verbunden. Ende August geht diese Geschichte zu Ende.

Elke Fahrnberger, seit 2011 Geschäftsführerin der Fahrnberger GmbH und damit Chefin des „Glückshaus“ in Göstling sowie der Intersport Fahrnberger Filiale im City Center Wieselburg, wird mit Ende August das Geschäft in Göstling schließen.

„Wurden von den Kunden sehr geschätzt“

„Natürlich blutet mir dabei mein Herz. Immerhin hat meine Oma Elfriede Lengauer gemeinsam mit ihrem Mann Franz 1950 das Geschäft übernommen und 14 Jahre später auf die heutige Größe ausgebaut.

Der Ursprung des Glückshauses geht dabei noch weiter zurück. 1898 haben Johanna und Karl Zwack, die Eltern einer Tante meiner Oma, das Geschäft als Gemischtwarenhandlung gegründet“, schildert Elke Fahrnberger die tiefen Wurzeln des „Glückshaus“ in Göstling.

Erst 2013 war das „Glückshaus“ groß umgebaut und umbenannt worden. Markenzeichen dabei war stets das umfangreiche Sortiment. Neben Sportartikeln, Damen-, Herren-, Kinder- und Trachtenmode findet man im „Glückshaus“ auch viele weitere Warengruppen von der Wäsche über Nähseide bis hin zum Fotodrucker.

„Wir sind irgendwie so das Geschäft für alle Bereiche in Göstling, decken viele Warengruppen ab und wurden deshalb von den Kunden sehr geschätzt“, weiß Elke Fahrnberger.

Totalabverkauf bis zur Schließung

Dass sie das Geschäft jetzt dennoch schließen müsse, sei rein wirtschaftlich begründet. Die Umsätze und Frequenz sowohl der einheimischen als auch der touristischen Kundschaft seien in den letzten Jahren in Göstling stark rückläufig gewesen.

Die Corona-bedingte Schließung hätte jetzt noch das ihre dazu beigetragen. „Ich muss an das Gesamtunternehmen denken und kann nicht mit dem einen Standort den anderen immer querfinanzieren“, sagt Fahrnberger und spricht dabei die gute Geschäftsentwicklung in Wieselburg an.

Bitter sei die Schließung natürlich auch für die sieben betroffenen Mitarbeiterinnen. Einen Teil davon wird Fahrnberger noch bis Jahresende beschäftigen. Sie und auch die Mitarbeiterinnen hoffen, dass sich für das „Glückshaus“ noch eine neue Verwendung oder neue Interessenten finden.

„Wir sind für alles offen“, sagt Fahrnberger. Bis zur Schließung gibt es auf alle Fälle noch einen Totalabverkauf. Aktuell minus 20 Prozent auf das gesamte Sortiment, teilweise bereits minus 30 oder 50 Prozent.