Neo-Purgstaller: „Hier ist das Leben harmonisch“. Frauke und Stephan Spliethofe aus Dortmund kehren ihrer Heimat den Rücken und ziehen nach Purgstall.

Von Karin Katona. Erstellt am 29. August 2019 (12:11)
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Stephan und Frauke Spliethofe aus Deutschland mit Bürgermeister Harald Riemer bei der Schlüsselübergabe für ihr neues Haus in Schauboden. Die beiden wollen für Purgstall Werbung machen: „Wir wünschen uns dringend mehr Nachbarn!“
Gemeinde Purgstall

Österreich-Fans waren Frauke und Stephan Spliethofe aus Deutschland schon seit Jahrzehnten. Mehrmals jährlich verbrachte das Ehepaar, das in einem kleinen Ort in der Nähe von Dortmund zuhause ist, seinen Urlaub in Österreich – zunächst am Traunsee, später in Niederösterreich, wo sie treue Gäste im Gästehaus Schabel-Zehetner in Scheibbs wurden.

„Wir haben uns in Deutschland nicht mehr wohlgefühlt. Die Menschen hier sind uns so freundlich entgegengekommen. Und immer wieder, wenn wir hergekommen sind, haben wir uns gedacht, warum bleiben wir nicht für immer hier? So ist langsam der Entschluss gereift, nach Österreich zu ziehen“, erzählt Frauke Spliethofe. Auf der Suche nach einem Haus wurde das deutsche Ehepaar in der neuen WET-Reihenhausanlage in Schauboden in Purgstall fündig, im Juli erfolgte die Schlüsselübergabe. Ende September sagen die beiden dann „Goodbye Deutschland“ und kehren ihrer Heimat endgültig den Rücken.

„Die Menschen sollten schätzen, was sie hab4en. In so einer Umgebung zu leben, ist ein Geschenk.“ Wahl-Purgstallerin Frauke Spliethofe aus Dortmund

„In ein Touristengebiet wie an den Traunsee wären wir nicht gezogen, aber hier im Mostviertel ist das Leben so herrlich normal“, sagt Frauke Spliethofe und erklärt auch gleich, was für sie „normal“ bedeutet: „Es ist harmonisch. Einer grüßt den anderen, beim Einkaufen redet man miteinander. Die Menschen sind offen und hilfsbereit. Bei uns in Deutschland ist das leider nicht mehr so.“ Was die beiden außerdem an ihrem neuen Wohnort schätzen: „Wir leben inmitten einer wunderschönen Natur, haben viele Ausflugs- und Wanderziele direkt vor der Haustür und trotzdem auch sonst alles, was wir brauchen.“

Das einzige, was die deutschen Auswanderer sich noch wünschen, sind mehr Nachbarn. „Von den acht Häusern der Anlage sind erst vier vergeben. Wir wollen Werbung machen, damit mehr Familien hierher ziehen. Denn die Anlage ist wirklich schön und wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Frauke Spliethofe.

Was den Spliethofes außerdem am Herzen liegt: „Wir haben manchmal das Gefühl, dass die Menschen hier gar nicht richtig zu schätzen wissen, wie schön sie es haben. In so einer schönen Umgebung zu leben, ist ein Geschenk, für das man dankbar sein sollte.“