Leitner und Tazreiter führen Listen an. Die Teams von SPÖ und ÖVP stehen. Große Überraschungen bleiben dabei aus. Für die Spitzenkandidaten ist es eine Premiere.

Von Claudia Christ und Christian Eplinger. Erstellt am 14. Dezember 2019 (04:34)
Vizebürgermeister Peter Reiter mit Bürgermeister Josef Leitner und Stadtparteiobmann Herbert Hörmann präsentierten am Freitag im Rathaus das umfangreiche Arbeitsprogramm der SPÖ für die kommenden fünf Jahre für die Stadtgemeinde Wieselburg. Sie treten mit einem 46-köpfigen Team bei den Gemeinderatswahlen an.
Claudia Christ

Die SPÖ Wieselburg präsentierte in der Vorwoche ihr Arbeitsprogramm für die nächsten fünf Jahre. „Unser Team ist breit aufgestellt, ebenso wie unser Programm“, betont Bürgermeister und Listenerster Josef Leitner (47). Große Veränderungen im Team gibt es nicht. „Wir hatten ja in den vergangenen Jahren und mit dem Rücktritt meines Vorgängers Günther Leichtfried schon große Wechsel“, sagt Leitner.

Auf sechs Seiten ist das geplante Arbeitspensum bis 2025 zusammengefasst. Dieses deckt vom Gesundheitszentrum bis über die Natur in der Stadt, neue ökologische Energieprojekte sowie Bildung, Vereine und Angebote für Kinder und Jugendliche sowie die Betreuung von Senioren eine große Bandbreite ab.

Leitner will gemeinsam mit Vizebürgermeister Peter Reiter mit seinem Team die 63 Prozent, sprich 15 Mandate, von der vergangenen Wahl im Jahr 2010 wieder erreichen. „In den 265 Tagen der Amtszeit des neuen Bürgermeisters ist schon sehr viel passiert. In unserem Arbeitsprogramm sind die besten Ideen für Wieselburg zusammengefasst“, bekräftig Reiter. SP-Stadtparteiobmann Herbert Hörmann, der auf Platz vier, nach Sabine Rottenschlager, auf der Liste gereiht ist, möchte den ökologischen Aspekt im Programm hervorheben:

„Natur in der Stadt, biogene Heizstoffe und Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, dass alles wird umgesetzt, und die Gemeinde hat hier Vorbildwirkung.“ Wahlkampfstress ist beim SP-Team bislang noch nicht spürbar. „Es wird für uns ein sehr kurzer Wahlkampf, denn wir starten damit erst am Dreikönigstag. Dabei ist es uns wichtig, positiv zu werben, denn in Wieselburg herrscht ein gutes politisches Klima“, betont der Bürgermeister.

ÖVP will nach Wahl gestärkt agieren

Dennoch will die ÖVP Josef Leitner und das SPÖ-Team diesmal herausfordern. Aktuell hält sie bei sechs Mandaten. Bei den Wahlen 2015 verlor die ÖVP vier Prozent und ein Mandat. Zumindest das will man sich 2020 zurückholen. Die Chancen bezeichnet VP-Spitzenkandidat Werner Tazreiter als groß. Insgesamt gibt bei den Wahlen 2020 in Wieselburg 23 Mandate zu vergeben.

Tazreiter, seit 2005 im Gemeinderat und seit Juli 2018 Kulturstadtrat, führt erstmals die VP-Liste an. 2015 hieß der Spitzenkandidat noch Andreas Platzer. Tazreiters Arbeit kennzeichnet das gute Miteinander. Von dem will er auch im Wahlkampf, der bei der ÖVP im Jänner gestartet wird, nicht abrücken. „Wir haben ein gutes Verhältnis mit Bürgermeister Josef Leitner und der SPÖ, sind bei den Entscheidungen miteinbezogen und können uns auch einbringen“, erklärt er. Dass die ÖVP dennoch ihr eigenes Profil zeigen und vor allem ihre Kontrollfunktion im Gemeinderat wahrnehmen will, betonen Tazreiters Mitstreiter. „Eine gesunde und faire Oppositionspolitik ist wichtig für die Gemeinde“, ist etwa Franz Schreiber überzeugt. Der 36-jährige Baumeister ist einer von fünf neuen Kandidaten unter den ersten zehn auf der VP-Liste. Er ist auf Listenplatz sechs gereiht.

Stadtrat Werner Tazreiter (rechts) führt erstmals die ÖVP in die Wahlen. Auf Platz zwei folgt Gemeinderätin Sandra Schumitsch (2. von rechts). Dominic Nemecek (links) verfügt ebenfalls bereits über Gemeinderatserfahrung, während sich Monika Heindl und Franz Schreiber erstmals der Wahl stellen.
Christian Eplinger

Vor ihm finden sich lauter Kandidaten mit Gemeinderatserfahrung – sogar mit Stadtratserfahrung. Denn hinter Werner Tazreiter und Gemeinderätin Sandra Schumitsch gibt es auf Platz drei mit Herbert Hauer (60) ein Polit-Comeback im VP-Team. Nach Hauer folgen dann die Gemeinderäte Elisabeth Brunner und Dominic Nemecek. Hinter Schreiber folgen dann mit Patrick Mangeng (40), Monika Heindl (48) und Helmut Brandl (48) drei weitere neue Gesichter auf der VP-Liste, ehe Anna Fuchssteiner (65) die ersten zehn Kandidaten komplettiert. Insgesamt finden sich 25 Kandidaten auf der VP-Liste.

Erstmals präsentieren werden sich die Kandidaten am kommenden Freitag, 13. Dezember, bei „Glühwein & Kekse“. Ebenfalls noch vor Weihnachten gibt es die Verteilaktion der VP-Fotokalender.