Aus für die Kinderfreunde. Die traditionsreiche Ortsgruppe der Kinderfreunde Gresten hatte mit der Suche nach neuen, aktiven Mitgliedern keinen Erfolg und legt mit Jahresende den Verein still. Von Karin Katona

Von Karin Katona. Erstellt am 22. Dezember 2016 (04:55)
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ClaudiaSchornsteiner, ehemalige Obfrau der Kinderfreunde Gresten.
Eplinger

„Mit großem Bedauern und schweren Herzens müssen wir euch mitteilen, dass wir beschlossen haben, unseren Verein mit Jahresende stillzulegen“, lautet der Text einer Aussendung der Kinderfreunde-Ortsgruppe Gresten. Die Veranstaltung „Warten aufs Christkind“ wird die letzte des Vereins sein. Am 24. Dezember um 15 Uhr ist die Puppenbühne Amadeus mit dem Stück „Kasperl und der Weihnachtsbaum“ in der Kulturschmiede zu Gast.

Für die Vereinsmitglieder, die die Kinderfreunde weiterhin unterstützen wollen, sei der Beitritt in einen der Nachbarvereine Gaming, Wieselburg oder Scheibbs möglich, heißt es weiter in der Aussendung. Bernhard Wieland, der Landesvorsitzende der Kinderfreunde, bedauert die Entscheidung der Grestner Ortsgruppe, will aber noch nicht ganz aufgeben: „Gerade in Gresten haben die Kinderfreunde eine lange Tradition. Wir werden nach dem Jahreswechsel noch einmal das Gespräch suchen und klären, ob sich nicht doch noch Menschen finden, die sich aktiv engagieren wollen.“

Zu wenige Mitglieder waren der Grund

Mehr Unterstützung durch neue Mitglieder hatte sich auch Kinderfreunde-Obfrau Claudia Schornsteiner gewünscht und deswegen auch schon mehrere öffentliche Aufrufe gestartet – vergeblich. „Wir waren praktisch nur noch zu dritt und schaffen die Arbeit nicht mehr“, gibt die junge Mutter zu. „Es tut zwar weh, dass wir den Verein jetzt auflösen müssen, aber wir sehen keine andere Möglichkeit.“ Alle Vereinsmitglieder seien selbst Mütter mit kleinen Kindern: „Ich habe im Moment leider keine Zeit, Veranstaltungen für andere Kinder zu machen, weil mich meine eigenen Kinder brauchen. Die Familie geht vor“, erklärt Schornsteiner. „Wenn ich etwas mache, will ich das zu 100 Prozent tun oder gar nicht“, sagt die ehemalige Kinderfreunde-Obfrau weiter. Auch sie bedauert, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Vereinsmitglieder weggeblieben sind: „Damit man wirklich etwas bieten kann, bräuchte es schon zehn bis zwölf Leute, die sich aktiv einbringen.“