Ein Mensch mit Handschlagqualität. Der Freitagabend stand in Gresten ganz im Zeichen der Verabschiedung von Langzeitbürgermeister Wolfgang Fahrnberger.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. Januar 2019 (03:49)

20 Jahre oder exakt 7.386 Tage stand Wolfgang Fahrnberger an der Spitze der Marktgemeinde Gresten. Am Freitagabend stand er deshalb mehr als berechtigt einen Abend lang ganz im Mittelpunkt der Festsitzung des Grestner Gemeinderates in der vollen Kulturschmiede. Auszeichnungen, Dankesworte, viel Lob, Applaus und Standing Ovations gab es für den 66-Jährigen, der am 2. Jänner all seine politischen Funktionen mit Ausnahme der Bezirksobmannschaft des SPÖ-Gemeindevertreterverbandes zurückgelegt hatte.

In diesen 20 Jahren hielt Fahrnberger rund 750 Sitzungen ab und verwaltete ein Gesamtbudget von rund 113 Millionen Euro. Das macht 15.433 Euro pro Tag. Sehr beachtlich für eine 2.000 Einwohner-Gemeinde, die natürlich von der prosperierenden Wirtschaft rund um die Firma Welser Profile profitiert hat.

Wolfgang Fahrnberger hat allerdings das Budget nicht nur verwaltet. Er hat sehr aktiv gestaltet, selbst wenn er vielleicht auch als „Sparmeister“ in die Grestner Annalen eingehen wird – als „Sparmeister mit der höchsten Investitionsquote“, wie er selbst am Freitag kundtat. Denn praktisch alle Gemeinde- und Landesstraßen in Gresten wurden in den vergangenen 20 Jahren saniert und zahlreiche (Infrastruktur-)Projekte umgesetzt – vom Freibad über Kulturschmiede, Wohnbauprojekte, Kindergarten- und Schulausbauten bis hin zu Hochwasserschutz und Kläranlagenneubau.

Dabei konnten sich alle – egal ob Vereinsobleute, Projektpartner, Parteikollegen oder auch die Vertreter der anderen Gesinnungsgemeinschaft – auf die Handschlagqualität von Fahrnberger verlassen. „Es war nie mein Bestreben ‚Everybody Darling‘ zu sein. Nach so langer Zeit hat aber Abschied-Nehmen auch etwas Melancholisches an sich. Ich sage heute daher allen ‚Danke‘, die mich auf meinem Weg begleitet und unterstützt, aber auch angespornt haben. Ich habe nie für mich, sondern immer zum Wohle Grestens gearbeitet“, betonte Fahrnberger und trat gebührend gefeiert von der Polit-Bühne.