Latschbachers Abgang ist fix: Vorfreude auf Polit-Ende. Nach drei Perioden als Bürgermeister (ÖVP) von Gresten-Land wird Leopold Latschbacher 2020 nicht mehr kandidieren. Mit der NÖN sprach er über Ziele und die Pension.

Von Anna Faltner. Erstellt am 30. Juli 2019 (05:10)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Anna Faltner

Mit der kommenden Gemeinderatswahl im Jänner 2020 soll Schluss sein. Leopold Latschbacher macht aus dem Ende seiner Politikkarriere schon lange kein Geheimnis mehr. Während viele seiner Parteikollegen schon auf Wahlkampfmodus umgestellt haben, freut er sich bereits auf die Pension. Die NÖN traf den 62-Jährigen zum Interview.

NÖN: Wann war für Sie klar, dass Sie 2020 nicht mehr als Bürgermeister kandidieren wollen?

Leopold Latschbacher: Ich habe diese Aufgabe immer sehr gerne wahrgenommen und gerne für die Grestner Bürger gearbeitet. Bei der Wahl vor fünf Jahren habe ich schon angekündigt, dass es meine letzte Periode wird. Im Oktober werde ich 63, ich denke, das ist ein guter Zeitpunkt zum Aufhören. 1985 bin ich in den Gemeinderat gekommen, ab 1995 stand ich als Obmann der Fernwärme in der Öffentlichkeit. Das ist eine lange Zeit.

Wie war der Start im Gemeinderat? Damals mit 29 Jahren?

Latschbacher: 1985 habe ich die Agenden des Jugendgemeinderates übernommen, in meiner zweiten Periode hatte ich die Bau-Agenda und Güterwege inne, 1990 bin ich in den Vorstand gekommen und 2005 war ich dann Bürgermeister.

War der Bürgermeister-Sessel immer ein Ziel von Ihnen?

Latschbacher: Eigentlich nicht. Der Bauernbund hat mich nominiert und ich wurde von den Bürgern gewählt. Ich habe das nie angestrebt, aber es hat sich eben so ergeben. Man spürt das schon, ob es das Richtige ist. Und es ist natürlich eine sehr ehrenvolle Aufgabe.

Wie konnten Sie diese Aufgabe mit Ihrem Beruf vereinbaren?

Latschbacher: Ich war Vollerwerbs-Landwirt, mittlerweile habe ich den Hof an meinen Sohn übergeben, helfe aber gerne noch mit. Man opfert eben ein bisschen mehr seiner Freizeit für die Allgemeinheit.

Wird die Politik auch nach der Gemeinderatswahl noch eine Rolle in Ihrem Leben spielen?

Latschbacher: Nein, ich höre komplett auf und freue mich schon auf den nächsten Lebensabschnitt. Ich kann in den Urlaub fahren, reisen, Ski fahren, Zeit mit meinen (sieben) Enkelkindern verbringen, Schwammerl suchen und Maschinen reparieren. Das ist in den letzten Jahren alles zu kurz gekommen. Es wird zwar eine Lebensumstellung, aber ich freue mich wirklich darauf.

Wie geht es im Gemeinderat – ohne Sie – weiter?

Latschbacher: Wir haben im Parteivorstand bereits beschlossen, dass mein Vize Erich Buxhofer als Spitzenkandidat antreten wird. Ich kann mit ruhigem Gewissen übergeben. Wir haben viel für unsere Gemeinde getan, schöne Rücklagen gebildet und sind finanziell gut aufgestellt.

Welche Ziele verfolgen Sie noch für Gresten-Land?

Latschbacher: Die Gesundheitsversorgung ist mir ein großes Anliegen. Im Herbst wollen wir mit dem Bau der Arztpraxis beginnen. So ein Projekt muss uns als Gemeinde etwas wert sein. Wichtig ist mir auch die musikalische Ausbildung, dass auch dieses Projekt Fahrt aufnimmt. Aber im Grunde bin ich sehr stolz auf unsere schöne, sehr lebenswerte Gemeinde.

Woran sollen sich die Bürger später denken, wenn sie auf die Ära Latschbacher zurückblicken?

Latschbacher: Er hat sich bemüht und seine Aufgabe gut gemacht.