Filmprojekt: Dreh an historischem Ort. Dreharbeiten für „VerWurzelt“ gehen in die Zielgerade – letzter Drehort war das historische Ambiente des Schlosses Stiebar in Gresten, wo man auch zwei Mönchen begegnete.

Von Hans Karner. Erstellt am 28. Mai 2018 (18:16)
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Wie ein roter Faden begleitet die verhängnisvolle Geschichte der „Angelberg-Exulanten“ Matthias, Catharina, Sebastian, Eva und Simon Kerschbaum von Lehen Angelsöd (alle Reinsberg) sowie deren Verwandten Blasius, Sophia, Magdalena und Eva vom Hof Presselreith (alle Lunz am See), Katharina und Martin vom Hause Reitl im Waldamt (Ybbsitz), die nach Borbarth, Emmskirchen, Langenzenn, Seukendorf und Veitsbronn nach Mittelfranken auswandern mussten.

Wer nach dem 30-jährigen Krieg nicht beichtete und nicht zur Ostermesse kam, wurde von der sogenannten Reformkommission auf die „Schwarze Liste“ gesetzt. Diese ließ nicht locker, erkundigte sich gleich dreimal in Grundherrschaften und Pfarren des Kleinen und Großen Erlauftal, ob schon Säumige sich bekehrt hätten.

Projekt geht in die Zielgerade

Sogar der „lutherische“ Freiherr und Reichgraf Johann Adam von Zinzendorf war gezwungen, seine noch immer unschlüssigen Untertanen des Landes zu verweisen. In den Wirren des 30-jährigen Krieges wurde er vom katholische Bistum Regensburg von 1641 bis 1663 mit der Alleinherrschaft auf Niederhausegg, dem späteren Schloss Stiebar, betraut. Schlussendlich ernannte Ferdinand III. ihn sogar zum kaiserlichen Kämmerer.

Daher war es für die Arbeitsgemeinschaft Familienforschung NÖ-Eisenwurzen & Franken naheliegend, beim nunmehrigen Schlossbesitzer Franz Seefried vorzusprechen, damit für das Filmprojekt „VerWurzelt“ der Eisenstraße Niederösterreich und des Landkreis Roth im Frankenland vom Filmteam um Anita Lackenberger für die Leader-Dokumentation gedreht werden darf. Mit dabei waren auch Franz Jagric und Bert Scheiblauer, die als „Jesuitenmönche“ in der Dokumentation zu sehen sein werden. In den folgenden Wochen geht das Projekt in die Zielgerade. Seine Premiere feiert der Film „VerWurzelt“ am Freitag, 22. Juni, um 19.30 Uhr im Turnsaal der NMS Gresten.