Wilder Mandatar räumt das Feld. Parteiloser Andreas Dienstbier wird nicht zur Gemeinderatswahl 2020 antreten.

Von Anna Faltner. Erstellt am 12. November 2019 (17:00)
Nach zehn Jahren verabschiedet sich Andreas Dienstbier aus dem Grestner Gemeinderat.
privat

Der Grestner Gemeinderat verliert ab Jänner seinen einzigen „wilden“ Mandatar. Zuletzt spielte Andreas Dienstbier noch mit dem Gedanken, mit einer partei-unabhängigen Bürgerliste bei der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 anzutreten. Das Thema ist jetzt aber vom Tisch. Dienstbier verabschiedet sich nach dieser Periode aus der Gemeinderatspolitik.

Der Gedanke der eigenen Liste war sogar schon gereift. „Ich hätte ein paar tolle Kandidaten gehabt. Aber sowohl bei ihnen als auch bei mir ist das Projekt aus privaten und auch beruflichen Gründen gescheitert. Das wollte ich mir dann doch nicht mehr antun“, erklärt der 50-Jährige. Im Vordergrund stand für ihn immer, etwas Sinnvolles für die Grestner zu tun – egal mit welcher Parteifarbe. Das war auch die Intuition hinter der Listenkandidatur. „Ich bin kein Parteisoldat, der mitstimmt, obwohl es mir nicht passt.“

Vollkommen unabhängig war Dienstbier aber erst seit März 2018. Nach 33 (!) Jahren als Mitglied der Volkspartei – angefangen hat es mit der Jungen Volkspartei – verließ er die Partei und blieb als „wilder“ Mandatar im Gemeinderat. „Ich wurde gewählt, das war ich meinen Wählern schuldig. Obwohl mich die Partei ersucht hatte, alle Funktionen abzugeben“, erzählt er. Das tat er nicht, arbeitete allein und unabhängig weiter. Vor allem bei rasant schnellen und kostenintensiven Beschlüssel – wie der Straßenbeleuchtung – tat er seine Meinung kund. „Ich hatte ein sehr gutes Einvernehmen mit Harald Gnadenberger. Die SPÖ hat mich über alle Themen informiert und mich einbezogen. Sie hätten mich auch blind sterben lassen können. Aber das haben sie nicht“, sagt Dienstbier dankend.

Viele schöne und lustige Momente, aber auch einige „Watschen“ nimmt Dienstbier aus seinen zehn Jahren im Gemeinderat mit. „Bei den Zweitwohnsitzern habe ich mir die Hörner abgestoßen. Das wäre ein Thema für mich, wenn ich kandidiert hätte. Denn meiner Meinung nach sollten die Hauptwohnsitzer bestimmen, was in der Gemeinde passiert.“

Dienstbier schließt Rückkehr nicht aus

Apropos Wahl. Für den scheidenden Gemeinderat soll die eine klare Angelegenheit werden. „Wenn nur zwei Parteien antreten würden, wäre das aus heutiger Sicht, glaube ich, für eine Partei eine relativ sichere Geschichte gewesen. Sonst wird es bestimmt spannend“, meint er. Dienstbier wird es diesmal auf jeden Fall nicht sein, aber generell schließt er eine Rückkehr in die Kommunalpolitik nicht aus. „Sollte sich irgendwann mal wieder etwas ergeben, könnte ich mir das schon vorstellen“, verrät der Wohn- und Schlafberater.