Zweite Arztstelle wird endlich besetzt . Unterstützung für den Grestner Praktiker Syrus Nikou durch die Initiative Landarzt. Ab Mittwoch helfen zwei Spitalsärzte mit.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 04. April 2018 (05:00)
privat
Dr. Syrus Nikou – der praktische Arzt aus Gresten freut sich über die Unterstützung, die er ab April erhält.

Mit 31. März 2016 ist Dr. Wolfgang Kammerer in Pension gegangen. Seit damals ist die zweite Kassenstelle für einen praktischen Arzt in Gresten unbesetzt – trotz fast 30-maliger Ausschreibung. Weder Ärztekammer noch Sozialversicherung haben einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Wolfgang Kammer gefunden.

Nikou: "Zwischen 110 und 250 Patienten pro Tag"

Sehr zum Leidwesen von Doktor Syrus Nikou, dem zweiten Arzt in Gresten. „Unser Sprengel, der die Gemeinden Gresten, Gresten-Land und Reinsberg umfasst, hat rund 4.500 Patienten. Für einen einzelnen praktischen Arzt ist das auf lange Sicht nicht zu schaffen. Ich habe in den letzten zwei Jahren alles meinem Beruf untergeordnet, um meine Patienten bestmöglich zu betreuen. Ich habe zwischen 110 und 250 Patienten pro Tag. Da bleibt für einen persönlich jedes soziale Leben auf der Strecke“, berichtet Dr. Syrus Nikou im NÖN-Gespräch.

„Ob diese Lösung das Gelbe vom Ei ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wird es eine wesentliche Unterstützung für mich in der Ordination sein. Größte Nutznießer sollten aber natürlich die Patienten sein.“Dr. Syrus Nikou

Das soll sich ab dieser Woche ändern. Mit April übernehmen zwei Ärzte aus den NÖ Kliniken die offene Kassenstelle in Gresten, bis seitens der Sozialversicherung eine Besetzung mit einem niedergelassenen Arzt erfolgen kann. Dr. Maria Hofmann-Schreil aus dem Landesklinikum Scheibbs und Dr. Michael Schmied aus dem Landesklinikum Korneuburg werden in der Ordination von Dr. Syrus Nikou jeweils montags und mittwochs mitarbeiten und die Patientenbetreuung übernehmen.

Damit ist die Ordination an fünf Tagen der Woche anstatt an bisher nur vier Tagen geöffnet. Auch die Hausbesuche sollen durch das Dreierteam besser abgedeckt werden.

Zum ersten Mal wird damit in Gresten die von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihrem Stellvertreter Stephan Pernkopf schon vor den Wahlen zugesagte „Initiative Landarzt“ schlagend.


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