Soziales Engagement: Good morning, Vietnam!. Florian Köhl bereist verschiedene Länder und möchte mehr sein als „nur Tourist“. Bei „Stars of Vietnam“ arbeitet er mit körperlich und geistig behinderten Kindern.

Von Nina Pöchhacker. Erstellt am 21. September 2016 (05:00)
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„Die Kids hatten ihn sofort im Griff“, postet „Stars of Vietnam“-Gründer Jürgen Eichhorn zu diesem Foto auf Facebook. Unter www.starsofvietnam.net kann man Erfahrungsberichte der Organisation nachlesen und für die Betreuung der Kinder spenden.

Einen Platz zum Schlafen, Unterricht, warme Mahlzeiten – eine Chance zu überleben. Das bietet die Non-Profit Organisation „Stars of Vietnam“ für gehörlose und sehbehinderte Kinder, für Betroffene von Agent Orange, Misshandelte und psychisch Kranke. Seit vergangenem Montag sind die Gebäude der Organisation in der Stadt Hai Duong im Nordvietnam der Arbeitsplatz des Scheibbsers Florian Köhl.

Der 19-Jährige musiziert und spielt mit den Kindern oder begleitet sie auf Ausflügen. „Natürlich ist es eine Herausforderung, aber es gab noch keine Situation, in der ich mich überfordert gefühlt hätte. Das ist zum Teil deshalb so, weil die Vietnamesen unglaublich offen und hilfsbereit sind“, beschreibt Köhl sein soziales Engagement bei „Stars of Vietnam“.

"Weil es keine staatliche Unterstützung gibt“

Die Organisation wurde 2010 vom Deutschen Jürgen Eichhorn gegründet und finanziert sich ausschließlich über Spendengelder. Zurzeit wird an einem neuen Gebäude gearbeitet, in dem Wohnraum und Unterrichtsräume für Kinder entstehen sollen.

„Außerdem kümmert sich die Organisation um wichtige Medikamente. Ohne sie hätte ein Großteil der Kinder nicht überlebt, weil es keine staatliche Unterstützung für sie gibt“, fasst Florian Köhl die große Bedeutung der Organisation zusammen. An den Folgen des berüchtigten Entlaubungsgifts „Agent Orange“ leiden eine Million Vietnamesen, für die keine medizinische Versorgung vom Staat vorgesehen ist.

Die Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Kindern ist eine beachtliche und gleichzeitig herausfordernde Tätigkeit. Die Motivation hinter seiner ehrenamtlichen Hilfe ergab sich aus seinem Wunsch, ein Jahr lang zu reisen.

Nächste Ziele: Thailand, Laos und Australien

Für einen Monat wird Florian Köhl „Stars of Vietnam“ unterstützen, bevor er in den Süden des Landes Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt fährt. „Es gefällt mir extrem gut und ich habe immer die Möglichkeit, meine Arbeit hier zu verlängern“, erklärt der 19-Jährige begeistert.

Vor allem an der Mentalität der Einheimischen habe er sofort Gefallen gefunden: „Fremde nehmen dich auf dem Moped mit, wenn du dich verirrst und ich war auch schon Gast auf einer Hochzeit. Einzig der Verkehr ist verrückt – es gibt keine Regeln.“

Nach Vietnam stehen Laos, Thailand und Australien auf seinen Reiseplänen. „Dabei will ich etwas Sinnvolles machen, was auch anderen Menschen hilft. Dem Land, das ich bereise, sozusagen etwas ‚zurückgeben‘“, erklärt der Scheibbser.