Lunz am See: Erklärungsnotstand beim Wildnisgebiet. Spendenkooperation mit dem Online-Riesen Amazon sorgt für Shitstorm in sozialen Medien. Leditznig entschuldigt sich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. Dezember 2020 (17:03)
Theo Kunst

„Wenn schon Amazon, dann mit Spende für das Wildnisgebiet.“ Mit dieser Kooperation – bei einer Amazon-Bestellung kann man 0,5 Prozent des Einkaufswertes an das UNESCO Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein spenden – sorgte das Wildnisgebiet in der Vorwoche für einige Aufregung in sozialen Medien. Ein Shitstorm prasselte über das Wildnisgebiet herein. „Unverantwortlich“, „völlig unpassend“, „Was werden die lokalen Händler denken“ waren nur einige der Kommentare auf der mittlerweile vom Netz genommenen dazugehörigen Facebook-Meldung.

„Es tut uns leid, wenn dies als Aufforderung zum Einkauf bei Amazon aufgefasst wurde. Das war nicht unsere Absicht. Das Wildnisgebiet selbst kauft auch nicht bei Amazon ein und wir bekennen uns zu lokalen Händlern“ rechtfertigt sich Christoph Leditznig, Geschäftsführer der Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes.

Die einzige Intention dahinter sei gewesen, dass man, wenn man schon bei Amazon einkauft, was Gutes tun kann. „Wir bekennen uns ganz klar zu regionalen Strukturen und Umweltschutz. Das sind zwei Themen, die mit Amazon-Einkäufen nicht zusammenpassen“, betont Leditznig gegenüber der NÖN und auf der Wildnisgebiet-Homepage.

Die Amazon-Geschichte war aber nicht die einzige Klarstellung, die es in der Vorwoche seitens des Wildnisgebietes gegeben hat. Laut Leditznig sei zuletzt der Bau des Hauses der Wildnis in Lunz immer mehr in Diskussionen hineingezogen worden, die auf persönliche Animositäten oder parteipolitisches „Hick-Hack“ zurückzuführen sind.

„Es ist meinem Team und mir in den letzten 20 Jahren gelungen, das Wildnisgebiet Dürrenstein aus parteipolitischen Überlegungen herauszuhalten, da Naturschutz Bereiche umfasst, die uns alle angehen und dies wird auch parteiübergreifend so gesehen. Das soll in Zukunft weiterhin so bleiben“, erklärt Christoph Leditznig.