Göstling: Lebensqualität für ältere Mitbürger steigern. Am Areal des alten Göstlinger Hallenbades will die Wohnbaugenossenschaft Frieden ein „Haus der Generationen“ errichten.

Von Johannes Reiterits. Erstellt am 05. September 2017 (05:00)
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Am Areal des alten Hallenbades sollen neben und hinter dem Gasthaus Zirbenstuben die zwei Gebäudekomplexe des „Haus der Generationen“ entstehen. Geplant ist der Bau in zwei Etappen. Die ersten 21 Wohneinheiten könnten bis Sommer 2020 fertiggestellt sein.

Zahlreiche Besucher fanden sich am Freitagabend im PfarrKulturHaus ein. Ein erster Informationsabend zum geplanten „Haus der Generationen“ stand am Programm.

Auf dem Gelände des alten Göstlinger Hallenbades, welches nach der Eröffnung des Ybbstaler Solebades geschlossen wurde, soll dieses „Haus der Generationen“ entstehen. Dieser zentrale Punkt in der Gemeinde, gleich neben dem Gasthaus Zirbenstube und nur wenige hundert Meter von Gemeindeamt, Arzt und Einkaufsmöglichkeiten entfernt, bietet sich für ein solches Projekt an.

„Wir haben in Zusammenarbeit mit der Wohnbaugenossenschaft Frieden ein Konzept auf die Beine gestellt, das die Lebensqualität für ältere Mitbürger in Göstling maßgeblich steigern wird“, betont Bürgermeister Friedrich Fahrnberger gegenüber der NÖN. Für ihn sei dieses Projekt ein „Herzensanliegen“. Die Wohnbaugenossenschaft Frieden habe bereits ein solches Projekt in der Gemeinde Ulmerfeld errichtet und daher die nötige Erfahrung, „um ein solches Vorhaben auch in Göstling umzusetzen“, ist Fahrnberger überzeugt.

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Beim Infoabend am Freitag, von links: Bürgermeister Friedrich Fahrnberger, Frieden-Obmann Peter Sommer, Architekt Christian Mang, Vizebürgermeister Hermann Strobl und Frieden-Vorstandsmitglied Christoph Scharinger.

Dieses Vorhaben soll eine adäquate Wohnsituation für ältere Mitmenschen in Göstling bieten. „Das fehlt bei uns, was oft zum Wegzug aus der Heimatgemeinde führte“, weiß Fahrnberger. Mit dem „Haus der Generationen“ bietet die Gemeinde die Möglichkeit, den Alltag älterer Menschen zu erleichtern. Dafür ist jedoch die Unterstützung der restlichen Gemeindebevölkerung nötig. Daher dieser Infoabend am Freitag im PfarrKulturHaus.

Alltagsbetreuung mit Hilfe von Freiwilligen

Denn ein Ziel ist, eine gut organisierte Alltagsbetreuung für die Bewohner aufzustellen. Diese soll durch das freiwillige Engagement der Göstlinger abgedeckt werden. Hierbei gehe es nicht um Pflegedienst im herkömmlichen Sinne. „Dieser kann nur durch Fachpersonal geleistet werden“, betont Fahrnberger. Die Freiwilligen sollen für die Bewohner kleinere Hilfsdienste leisten, wie etwa das Einkaufengehen oder Bewohner zu Arztbesuchen begleiten. Um die Organisation dieser Dienste zu verbessern wird ein Verein gegründet, der den freiwilligen Helfern administrativ zur Seite steht. Bürgermeister Fahrnberger ist sehr zuversichtlich, dass die Göstlinger durchaus bereit sind, sich für dieses Projekt zu melden. Er ruft die Bevölkerung auf, jetzt schon mal nachzudenken, wer wie viele Stunden im Monat für die Betreuung entbehren kann.

41 Wohneinheiten sind insgesamt geplant

Die Anlage selbst besteht aus zwei Gebäuden und wird in zwei Bauabschnitten entstehen. Bauphase 1 enthält, neben den ersten 21 Wohneinheiten, den Haupttrakt, der unter anderem die Gemeinschaftsräume beinhaltet. Werden diese Wohnungen von der Bevölkerung angenommen, steht der Bauphase 2 nichts mehr im Weg. Während dieser wird das Projekt um weitere 20 Wohungen ergänzt. Gesamt sollen so 41 Wohneinheiten entstehen. „Hierbei ist uns nicht nur ein barrierefreier Zugang zu den Wohnungen wichtig. Es wird auch einige Drei-Zimmer-Wohnungen geben, die für eine Unterbringung von 24-Stunden-Pflegekräften geeignet sind“, berichtet Fahrnberger.

Jung und Alt sollen miteinander leben

Zusätzlich soll in diesen Gebäuden auch Wohnraum für jüngere Gemeindebürger geschaffen werden. Dieses Zusammenleben von Alt und Jung rundet das Projekt „Haus der Generationen“ ab. „Es ist vorgesehen, dass diese Wohnungen nur an jüngere Generationen vergeben werden, die dazu bereit sind, eine gewisse Stundenanzahl gemeinnütziger Dienste für ihre älteren Nachbarn zu leisten“, betont Bürgermeister Fahrnberger.

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Peter Sommer, Obmann der Wohnbaugenossenschaft Frieden, ergänzt: „Betreutes Wohnen war keine Option für diesen Standort, denn damit ist man nicht so flexibel wie mit dem Haus der Generationen. Es wird Jahre geben, da wird eine höhere Nachfrage an Wohnungen für betreuungsbedürftige Menschen bestehen. Jedoch wird es auch Zeiträume geben, wo diese Nachfrage etwas abebbt, somit können wir die Wohnungen dann vermehrt auch den jüngeren Generationen anbieten. Wir werden versuchen, die Mietpreise so leistbar wie möglich zu gestalten. Eine 50-Quadratmeter-Wohnung wird voraussichtlich circa 500 bis 550 Euro Miete im Monat kosten.“

Ein Baubeginn ist für 2018 vorgesehen

Baubeginn für dieses zukunftsorientierte Projekt ist für nächstes Jahr angesetzt. „Alles steht und fällt mit dem freiwilligen Betreuungsverein. Sollte dieser zustandekommen, wird man so rasch wie möglich das Haus der Generationen umsetzen. Die nötigen Förderungen wurden von der Gemeinde Göstling bereits beantragt und auch bewilligt. „Die Gelder sind von der Landesregierung bereitgestellt und liegen für Göstling bereit“, erläutert Fahrnberger.

„Im schnellstmöglichen Falle, wenn alle Bewilligungen und Baubesprechungen rasch zustande kommen, wird die Bauphase 1 im Sommer 2020 beendet und bezugsbereit sein“, sagt Christoph Scharinger, Vorstandsmitglied der Frieden Wohnbaugenossenschaft.

Zu den Gesamtkosten des Projekts konnte man zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Auskunft machen. Die Gemeinde Göstling stellt jedoch nur den Baugrund zur Verfügung, Bauträger ist die Wohnbaugenossenschaft Frieden.

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