Oberndorfs Störche sind schon zum 7. Mal wieder da. Die Oberndorfer Weißstörche arbeiten schon fleißig an ihrem Nest.

Von Gerhard Rötzer. Erstellt am 18. März 2021 (04:24)
Symbolbild
NOEN, zVg

Bis heute bewahrt Johanna Gansch aus Oberndorf eine Seite der NÖN Erlauftal aus dem Jahr 2014 auf, die für sie besondere Bedeutung hat: Der Artikel berichtet von der Rettung eines Storchenbabys aus dem Nest auf dem Dach der Familie.

Gerhard Rötzer

Das Jungtier war mit einer Fehlstellung an einem Flügel auf die Welt gekommen, war flugunfähig und fiel aus dem Nest. Familie Gansch nahm daraufhin Kontakt mit Gerhard Maywald von der Storchenstation Marchegg auf, der für den jungen Storch eine Flügeloperation organisierte. „Der Vogel ist dann in der Greifvogelstation Haringsee gesund gepflegt worden“, schildert Johanna Gansch das Happy End der Aufregung rund um das Storchenbaby.

Seit 2014 nistet das Weißstorchen-Paar jedes Jahr in Oberndorf. Das Paar hat den Bauernhof der Familie Gansch in der Ringstraße mitten im Ortszentrum als Zuhause gewählt und auf dem Rauchfang ein Nest gebaut. „Jedes Jahr wird das Nest hergerichtet und erweitert“, erzählt Hubert Gansch. „Auch heuer arbeiten die Störche schon wieder fleißig daran.“

Im vergangenen Jahr blieben alte Störche da

Störche legen meist zwei bis fünf Eier, die abwechselnd von beiden Eltern 25 bis 38 Tage bebrütet werden. Manchmal wird aber ein Jahr lang nicht gebrütet. Im Oberndorfer Storchennest gab es fast jedes Jahr Nachwuchs: 2014 waren es drei Storchenbabys, in den folgenden drei Jahren, 2015, 2016 und 2017, jeweils zwei. 2018 und 2019 gab es keine Jungen, 2020 schauten dann wieder zwei kleine Störche aus dem Nest.

Mitte August fliegen die Störche rund 10.000 Kilometer in ihr Winterquartier nach Afrika, wobei die Jungstörche zuerst starten. Auch die jungen Oberndorfer Störche brachen im vergangenen August ins Winterquartier auf. Ihre Eltern blieben zurück.

„Es hatte den Anschein, als würden die Störche den Winter über in Oberndorf bleiben“, wundert sich „Storchenpapa“ Hubert Gansch. „Am 17. Jänner haben sie es sich aber doch anders überlegt und waren plötzlich weg. Wohin sie verschwunden sind, ist unbekannt. Afrika kann es nicht gewesen sein, denn das Männchen war am 28. Februar schon wieder da, das Weibchen am 3. März.“

Vor einigen Jahren hatte sich auch ein zweites Storchenpaar Oberndorf als Nistplatz erkoren und begonnen, auf dem Kastanienbaum neben dem Bauernhof ein Nest zu bauen. Das duldete das ortsansässige Storchenpaar nicht und verteidigte erfolgreich sein Revier. „Das unfertige Nest auf dem Baum ist heute noch ein Zeichen dieser Revierkämpfe“, berichtet Johanna Gansch.