Entscheidung gefallen: Aus für die Ötscherlifte!

Während draußen der Winter über das Ötscherland hereinbricht, haben die Gesellschafter der Ötscherlifte - die Schröcksnadel-Gruppe (60 Prozent) und das Land NÖ (40 Prozent) - am Freitagvormittag in einer Videokonferenz beschlossen, die Ötscherlifte definitiv zu schließen. "Sie sind nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Die ungünstigen Rahmenbedingungen lassen uns keine andere Möglichkeit. Ab nächster Woche werden wir Gespräche mit der Region starten", heißt es in einer gemeinsamen Presseaussendung der beiden Gesellschafter.

Aktualisiert am 26. November 2021 | 16:34

Die Schröcksnadel-Gruppe hat im Jahr 2000 die Ötscherlifte erworben. Im Jahr 2013 ist die im Eigentum des Landes stehende ecoplus Alpin GmbH - vormals Niederösterreichische Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. - mit 40% als Mitgesellschafter bei den Ötscherliften eingestiegen.  In diesen 20 Jahren haben die beiden Gesellschafter über 15 Millionen Euro in das Skigebiet investiert

Einige Entwicklungen der letzten Jahre und aktuelle Aussichten verhindern eine wirtschaftlich vertretbare und nachhaltige Weiterführung der Ötscherlifte. Daher sehen beide Gesellschafter keine zukunftsorientierte Perspektive mehr, den Betrieb gemeinsam oder allenfalls alleine aufrecht zu erhalten.

Wir hatten bereits über die mögliche Einstellung berichtet:

„Trotz all unserer Bemühungen müssen wir feststellen, dass die Ötscherlifte leider nicht mehr wirtschaftlich vertretbar zu führen sind. Auch die hohen Investitionen in die Bahnen konnten nicht verhindern, dass sich das Angebot im Bereich der lokalen Beherbergungsbetriebe über die Jahre verschlechtert und sich die Anzahl der Urlauber als wichtige Nutzergruppe reduziert hat. Die Eintritte bei den Ötscherliften gingen so von mehr als 150.000 auf weniger als 100.000 pro Jahr zurück. Gleichzeitig sind die Kosten am Standort aufgrund ungünstiger Voraussetzungen viel höher, als in anderen Skigebieten. Schlussendlich wirkt sich auch die Covid-19-Krise sehr negativ auf den Betrieb aus. So müssen wir leider gemeinsam mitteilen, dass wir den geordneten Rückzug antreten“, teilt Markus Schröcksnadel für die Unternehmensgruppe mit.

„Wir haben gemeinsam mit der Schröcksnadel-Gruppe verschiedenste Investitionsvarianten geprüft. Selbst wenn die Schlagkraft der Beschneiungsanlage massiv erhöht und die Liftinfrastruktur verbessert wird, kann es sich nicht rechnen. Das liegt auch daran, dass das Bettenangebot im Ort nicht ausreicht, um die dafür notwendige Steigerung bei den Eintritten erzielen zu können. Die Situation ist für Lackenhof sehr schwierig. Wir werden in den kommenden Tagen dazu intensive Gespräche in der Region führen“, sagt Markus Redl, Geschäftsführer der ecoplus Alpin GmbH.

Ötscherlifte werden rückgebaut. Saisonkarten werden zurückgenommen.

Die Ötscherlifte werden bereits in der kommenden Wintersaison keinen Betrieb mehr durchführen können. Die Anlagen werden - sobald dies von der Witterung her möglich und wie seilbahnrechtlich vorgeschrieben - im Frühjahr zurückgebaut. "Mit den zwölf fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ötscherlifte werden Gespräche mit dem Ziel geführt, eine Tätigkeit in einem unserer anderen Skigebiete oder in der ecoplus Alpin GmbH aufzunehmen. Die Inhaber der Hochkar-Ötscher-Kombikarte für 2021/2022 können bis zum Saisonbeginn vom Kauf zurücktreten oder diese in eine Saisonkarte für das Hochkar umwandeln“, erklären Markus Schröcksnadel und Mag. Markus Redl für die beiden Gesellschafter abschließend.