Schlechtes Wetter, aber sehr „brave“ Gäste

Durchwachsener Saisonstart am Hochkar und Ötscher. Wetter spielte nicht mit. Verständnis für Covid-Maßnahmen ist groß.

Erstellt am 30. Dezember 2020 | 04:00
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Andreas Buder, Geschäftsführer der Ötscherlifte und Prokurist der Hochkar Bergbahnen, über einen alles andere als einfachen Saisonstart in den Coronawinter 2020/21.
Foto: FotoLois.com

NÖN: Schlechtes Wetter zu den Weihnachtsfeiertagen, am Sonntag dann zwar Sonne aber vor allem am Hochkar enorme Sturmböen, sodass die Lifte abgeschaltet werden mussten. Der Saisonstart lief nicht gerade nach Wunsch?
Andreas Buder:
Ja, das Wetter hat uns etwas einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Sonntag mussten wir am Hochkar die Lifte früher einstellen als geplant. Die Wettervorhersagen hatten eigentlich erst für den Nachmittag Sturm angesagt. Gekommen ist er bereits ab 9.30 Uhr, sodass wir die Vierersesselbahnen Leckerplan und Hochkarbahn abstellen mussten und auch der Sonnenlift-Schlepper nur mehr langsam fahren konnte. Das sorgte natürlich für Unmut bei den Gästen und einen Stau beim Almlift. Die Natur kann man – trotz aller Sicherheitsmaßnahmen – einfach nicht vorplanen. Aber wir werden allen Hochkar-Skigästen vom Sonntag die Liftkarten rückvergüten und hoffen dadurch auf mehr Verständnis.

Viele sind dadurch auf den Ötscher ausgewichen?
Ja, dort hatten wir am Sonntag 1.300 Gästeeintritte, wobei wir das Kontingent noch nicht ganz ausgeschöpft hatten. Das entspricht einem guten Ferientag.

Bislang waren nur wenige Pisten und Lifte in Betrieb. Wann werden weitere Anlagen geöffnet?
Am Hochkar ist seit Dienstag auch das Draxlerloch in Betrieb. Damit schaffen wir Entlastung für die anderen Lifte sowie den oberen Parkplatz und haben auch einen Puffer, wenn mehr Wind gehen sollte. Am Ötscher konnten wir ebenfalls mit Dienstag den Kälberhalt-Schlepper in Betrieb nehmen. Das entlastet die Eibenkogel-Abfahrt. Gleichzeitig versuchen wir, mit Zubringer-Shuttles aus dem Weitental die Parkplatzsituation zu entschärfen, bis wir dort den Fuchswald-Schlepper in Betrieb nehmen können. Aber da sind unsere Beschneiungs- und Wasserkapazitäten am Ötscher leider begrenzt und stark abhängig vom Wetter.

Grundsätzlich ist das Verständis groß und es gibt wenig Probleme bezüglich des Mund- und Nasenschutzes.

Wie groß ist die Akzeptanz der Skigäste bezüglich der Corona-Maßnahmen?
Grundsätzlich ist das Verständis groß und es gibt wenig Probleme bezüglich des Mund- und Nasenschutzes. Bis auf die Hochkarbahn, dort braucht man eine FFP2-Maske, genügen ja Schlauchschals, die die Gäste beim Kauf einer Skikarte kostenlos erhalten oder ohnehin selbst mithaben. Einige „schwarze Schafe“ gibt es aber überall. Leider hat es ein wenig Probleme mit dem Online-Ticket-Buchungssystem gegeben. Die lagen nicht in unserem Bereich. Da ist der Provider an seine Leistungsgrenzen gestoßen.

Schutzmaßnahmen, Wachdienst, mehr Personal. Ist unter diesen Umständen der Skibetrieb überhaupt wirtschaftlich rentabel?
Man ist im Getriebe drinnen und kann nicht aus. Aus wirtschaftlicher Sicht war daher die Diskussion, über den Saisonstart im Coronajahr nicht falsch. Auf der einen Seite stehen höhere Aufwände, auf der anderen Seite weitaus geringere Einnahmen. Hervorheben möchte ich aber in dieser schwierigen Phase die gute Zusammenarbeit mit Bezirksbehörden und Polizei.