Container von Baustelle weggespült weggespült. Feuerwehreinsatz bei der Kraftwerks-Baustelle Lautermühle in der Erlaufschlucht. Container musste aus Erlauf geborgen werden.

Von Karin Katona. Erstellt am 08. Juli 2020 (03:14)
NOEN

Einen Feuerwehreinsatz brauchte es am vergangenen Dienstag in der Erlaufschlucht. Sechs Mann der Freiwilligen Feuerwehr Purgstall mussten ausrücken, um einen Container aus dem Fluss zu holen, den das Hochwasser vor zwei Wochen von der Baustelle des Kraftwerks Lautermühle in das Flussbett gespült hatte.

„Wir haben den Container gesichert. Abtransportiert kann er vorläufig nicht werden, weil derzeit an der Baustelle kein geeignetes Hebegerät vorhanden ist, um den Container aus der Schlucht zu holen“, erklärt FF-Kommandant-Stellvertreter Sebastian Auer, der beim Einsatz vor Ort war. Inhalt des Containers, erklärt Projektleiter Marian Dabrovsky vom Kraftwerkseigentümer Kapsch Holding, sei die Gewässerschutzanlage gewesen.

„Die Anlage besteht aus drei Containern, in die mittels Pumpe das Baugrubenwasser gepumpt wird“, erklärt Dabrovsky. „Das Baugrubenwasser braucht dort eine gewisse Verweildauer, damit sich die darin enthaltenen Feinteile absetzen. Erst dann wird das Wasser wieder zurück in den Fluss geleitet.“ Diese Gewässerschutzanlage sei nun mit Teilen der Baustraße vom Hochwasser mitgerissen worden. „Zwei von drei Containern wurden weggespült. Sobald der Wasserstand der Erlauf es zuließ, hat die Feuerwehr Purgstall nach den Containern und den darin befindlichen Kohlendioxid-Druckflaschen gesucht. Ein Container wurde bisher gefunden.“ Die Gewässerschutzanlage sei mittlerweile an einer anderen Stelle wieder aufgebaut worden, der zweite Container sei noch nicht gefunden.

Die Steine der Baustraße, die durch das Hochwasser ins Flußbett gerissen worden sind, werden vorläufig nicht geborgen. Anrainerin Gerda Petkov macht sich Sorgen: „Durch die im Fluss liegenden Steine wird das Wasser der Erlauf umgeleitet und die Felsen am linken Flussufer noch stärker unterspült. Das könnte leicht dazu führen, dass Felsen in die Erlaufschlucht stürzen.“

Der Vertreter der Kapsch Holding bittet um etwas Geduld: „Im Moment führen wir Arbeiten im Schlosspark durch. In etwa vier bis sechs Wochen wird wieder im Flussbett gearbeitet, dann stellen wir die Baustraße wieder her.“ Insgesamt habe das Hochwasser an der Baustelle eine Verzögerung von etwa einer Woche bewirkt. Eine viel größere Verzögerung hat der Kraftwerksbau durch die Baufehler der ersten, mittlerweile insolventen Baufirma, erlitten. „Ja, diese Baufirma hat viele Fehler gemacht, die jetzt beseitigt werden müssen“, gibt Marian Dabrovsky zu. „Aber wir sind mit der Baustelle im Zeitplan und werden schon bald Strom liefern können.“

Weniger dramatisch sind die Folgen des Hochwassers an der Baustelle des EVN-Kraftwerks Brandstatt in Scheibbs. „Ja, es ist ein finanzieller Schaden entstanden, aber mit so etwas muss man bei einer solchen Baustelle rechnen. Den Baufortschritt hat das Hochwasser nicht verzögert, wir sind mit der Baustelle voll im Zeitplan“, versichert Stefan Zach von der EVN.