Der Weg des Wassers. Gaminger und Scheibbser Feuerwehren waren am Freitag im Hochwassereinsatz. Die Erlauf blieb aber in ihren Ufern.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Oktober 2014 (12:45)
NOEN, Christian Eplinger
Die Erlauf war am Freitagnachmittag schon wieder sichtbar zurückgegangen. Die Baustelle des Scheibbser Stadthafens wurde bereits am Donnerstag hochwassersicher gemacht.
Die starken Regenfälle in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sorgten auch bei den Feuerwehren im Bezirk wieder für erhöhte Alarmbereitschaft.

Freitagvormittag gab's wieder Entspannung

In Scheibbs hatte FF-Kommandant Andreas Kurz schon am Donnerstag veranlasst, dass die beiden Baustellen bei der Erlauf (Sandsteg und Stadthafen) rechtzeitig geräumt wurden, um Schäden zu vermeiden. Knapp vor Mitternacht begannen die Scheibbser dann auch mit dem Aufbau des Hochwasserschutzes entlang der Erlauf.

„Die Erlauf überschritt eine kritische Marke, darauf haben wir reagiert. Zum Glück stieg sie aber nicht mehr weiter, sodass wir schon am Freitagvormittag den Hochwasserschutz wieder abbauen konnten“, schilderte Andreas Kurz gegenüber der NÖN.

Mit zwölf Mann und drei Fahrzeugen im Einsatz war auch die FF Gaming. Hier kam das Wasser wieder über den Zürner den Berg runter und lief direkt auf die Bundesstraße beziehungsweise durch die dort befindlichen Gärten und Häuser.

„Plötzlich kam das Wasser überall rein“

Vor allem Arben Morina, der erst vor drei Monaten in ein allerdings sehr baufälliges Haus direkt über einem teilweise eingestürzten Wasserschacht eingezogen ist, erwischte es schlimm. Denn das Wasser suchte sich seinen Weg.

„Plötzlich kam das Wasser überall rein. Ich habe das nie für möglich gehalten“, schilderte Morina. Die Feuerwehr konnte nur mit einem Nasssauger helfen.

Gelassener hingegen reagierten Morinas unmittelbare Nachbarn, wie etwa Werbung- und Marketing-Fachfrau Charlotte Weber.

„Mein Haus ist 110 Jahre alt, das des Nachbars auf der anderen Seite 200 Jahre. Wir wissen seit Generationen mit dem Wasser umzugehen, haben unsere Schächte, leiten rechtzeitig die aufgehenden Quellen des Berges im Garten ab und tragen es mit Humor. Irgendwann werden wir das Bergwasser in Flaschen abfüllen und teuer den Saudis verkaufen“, lächelt Charlie Weber.