Ein neues „Refugium“ entsteht in Lunz. Die Lunz Dorf GmbH errichtet am Kirchenplatz ein 24-Zimmer-Hotel. Das Konzept entstand mit Tourismusexperten.

Von Claudia Christ. Erstellt am 01. Juli 2020 (17:57)
Nationalrat Andreas Hanger, Investor Joachim Mayr, Referent Richard Bauer und Heinz Glatzl beim Impulsvortrag im Lunzer Wassercluster.
Claudia Christ

Mitten in Lunz entsteht ein neuer Rückzugsort für Erholungssuchende - das Hotel „Refugium“.

Initiator und Investor ist der Lunzer Joachim Mayr. Er gründete gemeinsam mit seinem Partner Heinz Glatzl die Lunz Dorf GmbH und hat mit Hochschuldozent und langjährigem Mitglied des Managements der Österreich Werbung, Richard Bauer, ein maßgeschneidertes Konzept für das neue 24-Zimmer-Hotel am Kirchenplatz ausgearbeitet.

Tourismusexperte: Konzept liegt voll im Trend der Zeit

Die ersten Fakten wurden vergangene Woche im Rahmen eines Impulsvortrages im Lunzer Wassercluster zum Thema „Das Hotel der Zukunft“ präsentiert. Das 46-Betten-Haus mit Outdoorpool wird als Garni von einem Gastgeber geführt. „Wer das sein wird, will ich derzeit noch nicht verraten“, hält sich Mayr noch bedeckt. Fest steht aber bereits, worauf beim „Refugium“ besonders Wert gelegt werden soll.

Besondere Angebote im Bereich Kulinarik, Wohlfühlen sowie Handwerkskunst sollen es den Gästen ermöglichen, in die Region einzutauchen und auch selbst aktiv zu werden. „Das kann zum Beispiel in Form eines Kräuterworkshops sein, aber auch das regionale Kunsthandwerk und die kulinarischen Vorzüge der Region wollen wir den Gästen näherbringen“, ergänzt Mayr.

Auch im Wellness-Bereich soll es Angebote geben. „Der Start der Umbauphase des Hauses ist im Herbst 2020 geplant. Spätestens im Frühling 2022 sollen sich die ersten Gäste im Hotel wohlfühlen können“, plant Mayr.

Damit liegt das Konzept des künftigen Lunzer Refugiums voll im Trend der Zeit, wie Tourismusexperte Richard Bauer in seinem Impulsvortrag vorab referierte. Der Buchautor hat die Lunz Dorf GmbH seit einigen Monaten auf ihrem Weg begleitet. „Die Coronakrise hat die Entwicklungen im Tourismus nur beschleunigt und für uns sichtbarer gemacht, da waren sie aber schon längere Zeit“, betont er. Die Welt sei ein den vergangenen Monaten viel kleiner geworden.

Gute Chancen für Seen- und Bergtourismus

Jetzt interessieren sich die Menschen auch dafür, woher die Produkte kommen. Konkret wollen die Gäste mehr individuelle, aber dafür einfache Produkte im Tourismus. „Urlaub soll wie ein Sonntag werden, ein Tag an dem einfach alles passt“, sagt Bauer. Der neue Luxus der Zeit heißt: Einzigartige Erlebnisse schaffen. Außerdem wünscht der Gast eine persönliche Ansprache vor Ort.

Zudem habe sich durch die Krise auch das Preissegment der Urlaubenden verändert. „Während das Billig- und Premium-Segment jetzt ein starkes Wachstum verzeichnen, verschwindet das mittlere Segment aus dem Blickfeld“, weiß der Experte.

Nicht zu unterschätzen seien auch die Emotionen, die mit einem Urlaub verbunden werden. Der Gast wolle ein „Einheimischer auf Zeit“ werden und der Gastgeber werde zum Bezugspunkt. „Darum ist es besonders wichtig, dass sich die Mitarbeiter in der Region auskennen und stets freundlich sind. Denn dann sieht der Gast schon mal über kleine Fehler und Mängel hinweg“, so Bauer.

Die aktuelle Studie „Klimawandel und Tourismus 2030“ bestätige zudem, dass es für den Seen- und Bergtourismus neben dem Gesundheitstourismus besonders gute Chancen gebe. „Diese Region hier ist diesbezüglich super aufgestellt. Die Menschen schätzen die frische Luft und die Landschaft“, ortet der Experte großes Potenzial für Lunz am See.