Hotspot für Forscher. Die Forschungseinrichtung am Lunzer See hat sich zum internationalen Begegnungsort entwickelt. 13. Juni: Tag der offenen Tür.

Von Silke Hager. Erstellt am 06. Juni 2014 (07:01)
Die Besucher haben die Möglichkeit, bei den Mitmach-Stationen ins Mikroskop zu schauen. Auf diesem Bild ist ein Hüpferling (Arctodiaptomus spinosus) zu sehen.
NOEN, WCL

LUNZ AM SEE / Im WasserCluster Lunz (WCL), einem interuniversitären Zentrum der Universität für Bodenkultur, der Universität Wien und der Donau-Universität Krems, dreht sich alles um die limnologische Forschung. Vier Arbeitsgruppen unter den Leitern Robert Ptacnik, Tom J. Battin, Thomas Hein und Martin Kainz widmen sich dort unterschiedlichen Schwerpunkten.

Seit der Eröffnung des WCL im Jahr 2007 hat sich vieles getan. So hat sich die Zahl der Mitarbeiter – vom wissenschaftlichen bis zum administrativen Personal – von zwölf auf 50 erhöht. Das sei allein der Aktivität der Forschungseinrichtung zu verdanken, sagt die kaufmännische Geschäftsführerin Erika Fischer.

Hohe Wasserqualität beeindruckt

Dass die „WasserCluster Lunz – Biologische Station GmbH“ ihren Sitz in Lunz mit seinen drei Seen und der Ybbs hat, kommt nicht von ungefähr. Abgesehen von den historischen Gegebenheiten (siehe Infobox), finden die Wissenschaftler dort zwei Besonderheiten vor: die Diversität der Gewässer und Gewässer mit geringem Nutzungsdruck. Von der hohen Qualität des Wassers sind nicht zuletzt die internationalen und für die Region impulsgebenden Forscher, etwa aus Taiwan oder Australien, beeindruckt. „Wir haben einen See voll einwandfreiem Trinkwasser“, betont Thomas Hein, wissenschaftlicher Geschäftsführer des WCL.

Wie ist es um die Gewässerforschung im Mostviertel, in Österreich, in der Welt bestellt? Wie beeinflusst der Klimawandel Seen und Flüsse? Sind unsere Gewässer im Stress? Antworten auf diese Fragen erfährt man beim ersten großen Tag der offenen Tür am Freitag, 13. Juni, ab 13.30 Uhr (mehr auf Seite 9). „Bei den Mitmach-Stationen können die Besucher eine Entdeckungsreise machen. Sie können wasserchemische Analysen durchführen und mikroskopieren. Was passiert, wenn wir Wasserproben nehmen? Ist das wie im Fernsehen oder liegen da schon ein paar Schritte dazwischen?“, erklärt Hein.

"Zeigen, was wir mit öffentlichem Geld geschaffen haben"

Darüber hinaus möchte man bei der Veranstaltung den Menschen aus der Region zeigen, dass die öffentlichen Gelder, ohne die Grundlagenforschung nicht möglich wäre, sinnvoll eingesetzt werden, sagt Fischer. „Geld ist ein wichtiger Indikator. Am 13. Juni wollen wir zeigen, was wir mit dem Geld geschaffen haben“, führt Hein aus. Die Grundfinanzierung des Forschungszentrums erfolgt durch das Land NÖ und die Stadt Wien. Die einzelnen Projekte werden zu 50 Prozent durch kompetitiv vergebene Fördermittel finanziert.