Ausbildung für Mensch und Hund. Mario Krainz aus Gresten bietet Hundecoaching und -Ausbildung an.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Februar 2021 (05:57)
Mario Krainz aus Gresten ist Kynologe, Hundetrainer und Trainer-Ausbildner.
privat

NÖN: Wozu brauchen Hund und Mensch gemeinsames Training?

Mario Krainz: Mensch und Hund können dadurch eine nähere Bindung und Beziehung zueinander entwickeln. Hundetraining hat nichts mit Dressur, Gewalt oder Strafe zu tun, sondern zielt darauf ab, dass Mensch und Hund ein gutes Team bilden.

Sie sprechen davon, den Hund „lesen“ zu lernen. Was heißt das?

Das heißt, dass ich ihn so gut kennenlerne, dass ich seine Körpersprache und sein Verhalten richtig zu deuten weiß. Da geht es um die Gesamtheit aller ausgesendeten Signale, nicht allein darum, ob der Hund mit dem Schwanz wedelt. Denn das allein heißt nicht, dass er sich freut, sondern deutet nur auf eine erhöhte Erregungslage hin.

Was sind die hauptsächlichen Themen in den Einzelcoachings?

Da geht es vor allem um Probleme mit Hund-Hund-Kontakt, Gehen an der lockeren Leine und um das Jagdverhalten des Hundes. In den Einzelcoachings geht das besonders effizient, weil wir auf die individuellen Themen eingehen können.

Ist es denn unbedingt nötig, eine Hundeschule zu besuchen?

Hundeschulen und Vereine sind extrem wichtig. Die Hunde finden dort wichtige Sozialkontakte und Lernimpulse. Und die Hundehalter tauschen sich untereinander aus, können Tipps weitergeben.

Halten Sie die verpflichtenden Kurse für sogenannte Listenhunde für sinnvoll?

Zunächst einmal wehre ich mich gegen den Begriff ‚Listenhund‘. Hunde nach Rasse als gefährlich einzustufen, widerspricht jeder wissenschaftlichen Grundlage. Es liegt zu 99,9 Prozent am Menschen, was aus dem Hund wird.

Was raten Sie Menschen, die zum ersten Mal einen Hund haben?

Hunde brauchen geistige und körperliche Herausforderung, um ausgelastet zu sein. Beim jungen Hund ist Sozialisation wichtig, denn das kann er nur im Laufe des Aufwachsens lernen.