Streuobstwiesen prägen das ganze Mostviertel. Am „Tag der Streuobstwiese“ (30. April) diskutierte hochrangige Gesprächsrunde in Neuhofen an der Ybbs über Erhalt und große Bedeutung der Streuobstwiesen für Biodiversität und den Klimaschutz.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 06. Mai 2021 (16:10)
Die Gesprächsrunde mit (kniend, von links) Amstettens Bezirksbauernbundobmann Stellvertreter Andreas Pum, Leopold und Michaela Reikersdorfer, Bauernbundpräsident Georg Strasser und Kammerrat Harald Hochedlinger. Stehend, von links: Mostbaron Engelbert Wieser aus Randegg, Amstettens Bauernbundobmann Anton Kasser, Franz Lumesberger (NÖ Agrarbezirksbehörde, Fachabteilung Landentwicklung), Leopold Reikersdorfer (Vizepräsident der ARGE Streuobstwiese Österreich) und LEADER Region Moststraße-Projektbetreuer Hans Redl.
Heribert Hudler, Heribert Hudler

„In Mitteleuropa gehören Streuobstwiesen zu den artenreichsten Landschaften. Das hat vielfältige Gründe. Streuobstwiesen bilden ein kleinflächiges Mosaik aus Lebensräumen“, sagte Bauernbundpräsident Georg Strasser im Rahmen einer Gesprächsrunde zum „Tag der Streuobstwiese“, der am 30. April die Artenvielfalt der Pflanzen und Tierwelt im Ökosystem aufzeigen soll.

Die Gesprächspartner beim Mostheurigen Reikersdorfer in Neuhofen waren neben Strasser der Amstettner Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser, sein Stellvertreter Andreas Pum, Franz Lumesberger (NÖ Agrarbezirksbehörde), Leopold Reikersdorfer (Vizepräsident der ARGE Streuobstwiese Österreich) sowie Mostbaron Engelbert Wieser aus Randegg und Hans Redl (beide von der LEADER-Region Moststraße).

2017 wurde im Rahmen einer bundesweiten Streuobststrategie ein bedeutender Grundstein für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Streuobstbaus gelegt. Über das Agrarumweltprogramm und über Projektfördermaßnahmen wird seither finanzielle Unterstützung geboten. Im künftigen Programm wird die Prämie erhöht.

„Der Leitsatz für unsere eigene Landwirtschaft lautet: Landwirtschaft Hand in Hand mit Naturschutz. Es vergeht kein Tag, an dem in den Nachrichten keine neuen Meldungen über Insekten- und Artensterben, Bodenverbauung oder Gewässerprobleme erscheinen. Wir sehen die Streuobstwiese als Gegenmodell, um nachhaltig die Biodiversität zu erhalten und aktiv Klimaschutz zu betreiben“, betonte Strasser. Und Kasser fügte hinzu: „Die Streuobstwiese gilt als Hotspot für Biodiversität und als einer der letzten Rückzugsorte für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tierarten und Obstsorten. Sie beherbergt bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten.“

Engelbert Wieser betonte, dass Landwirte ihre Streuobstwiesen nur nachhaltig erhalten könnten, wenn sie damit auch Wertschöpfung generieren können. Zum Erhalt der Streuobstwiesen gehört auch die richtige Pflege der Obstbäume. Die LEADER Regionen bieten daher jedes Jahr geförderte Obstbaum-Schnitt- und Veredelungskurse an.

Allerdings: Streuobstwiesen sind im Rückgang. Bei vielen Obstbäumen wird nicht mehr geerntet und die Früchte verfaulen ungenützt. Dem müsse man entgegenwirken. „Wir müssen die Leute dazu motivieren, nicht nur die Bestände zu erhalten, sondern diese auch zu vergrößern in dem sie auf den Wiesen und im eigenen Garten Bäume pflanzen. Ohne Streuobstbestände geht sehr viel für die Mostkultur und die Umwelt verloren“, sagte Wieser.