Lunz/See: Forscher Hager bald in Teil-Pension

Erstellt am 22. Januar 2022 | 06:03
Lesezeit: 3 Min
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Der angehende Pensionist Hannes Hager in der Bibliothek der Lunzer Forschungsstation, die voll ist mit wissenschaftlichen Büchern.
Foto: Claudia Christ
Wetterexperte und Forscher Hannes Hager geht mit Ende Jänner in Teil-Pension. Mit der NÖN sprach er über seine Pläne.
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NÖN: Die Lunzer Forschungsstation WasserCluster war in den vergangenen zehn Jahren Ihr zweites Zuhause.
Hannes Hager:
Ja, ich stehe kurz vor meinem 65. Geburtstag und gehe mit Anfang Februar in Alterspension.

Was wird sich danach für Sie dadurch ändern?
Hager:
Ändern wird sich mein Alltag dahingehend, dass ich nur mehr in der Früh hier in der biologischen Forschungsstation sein werde. Denn ganz kann ich mich noch nicht zurückziehen, das würde mir sehr schwerfallen. Ich werde weiterhin in einem Umfang von zehn Stunden pro Woche hier arbeiten und mein derzeit laufendes Forschungsprojekt über die Fischfütterung weiter betreuen. Und dann gibt es da ja auch noch meinen Wetterblog, den werde ich wie gehabt weiterführen.

Wie sind Sie damals zum WasserCluster gekommen?
Hager:
Als ich vor fast zehn Jahren im Rahmen eines Projektes erstmals „WasserCluster“-Luft schnuppern durfte, faszinierte mich sofort der wissenschaftliche Zugang zu den verschiedensten Themen. Im Jahr darauf entschied ich mich, das Angebot einer Anstellung im Facility Management und als Mitarbeiter bei wissenschaftlichen Projekten anzunehmen und mit meiner Fischzucht, die ich 25 Jahre als Selbstständiger geführt habe, war das etwas ganz anderes für mich. Ich hab hier so viel gelernt und mit der Anstellung beim WasserCluster ist für mich ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen.

Wie werden sie Ihre freie Zeit nun nutzen?
Hager:
Ich habe übergangsweise wieder die Obmannschaft im Tennisverein übernommen. Außerdem habe ich vier Enkelkinder, da wird mir nicht fad.

Wie sieht es mit Urlaub aus?
Hager:
Ja, das ist so der einzige Wunsch, den ich mir erfüllen möchte. Nachdem mein letzter richtiger Urlaub vor 30 Jahren war, habe ich mir vorgenommen, für zwei, drei Wochen ans Meer zu fahren, auf irgendeine griechische Insel. Der Zeitpunkt dafür steht jedoch noch nicht fest.

Zurück zu Ihrem Spezialgebiet, dem Wetter. Seit 2013 schreiben sie Ihre täglichen Messwerte in den Wetterblog (lunzerwetter.blogspot.com). Wie fassen Sie 2021 zusammen?
Hager:
Mit 7,70° war das Jahr um den Hauch von 0,07° überdurchschnittlich warm. Es war aber das kälteste der letzten acht Jahre. Die höchste Temperatur wurde am 13. Juli, um 15 Uhr Sommerzeit mit 32,0° verzeichnet. Im Kalenderjahr fielen zudem 279 cm Neuschnee (Mittel 280 cm). Eine geschlossene Schneedecke gab es an 87 Tagen.

Apropos Schnee, wann können wir den nächsten Wintereinbruch erwarten?
Hager:
Das ist schwierig zu sagen. Aber wie es jetzt aussieht, zieht ein bevorstehender Tiefdruckkegel östlich Richtung Süden an uns vorbei. 

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