Wieselburger Musicaldarstellerin auf hoher See

Erstellt am 25. Februar 2022 | 11:12
Lesezeit: 4 Min
Die 22-jährige Musicaldarstellerin Emilia Heigl aus Wieselburg erzählt der NÖN über ihre Arbeit als Sängerin auf dem „Traumschiff“ MS-Amadea und wie Corona ihren Kreuzfahrt-Aufenthalt beeinträchtigt.
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Sie sind seit Oktober 2021 am „Traumschiff“ MS-Amadea als Sängerin engagiert. Was hat Ihnen bisher am Kreuzschiff am besten gefallen?

Emilia Heigl: Die Reise ist ein großartiges Erlebnis, bei dem sich viele Erfahrungen sammeln lassen. Was mir besonders Freude bereitet, ist, dass ich regelmäßig in tollen Shows auf der Bühne stehen kann und gleichzeitig neue Orte kennenlerne. Auch mit meinen Kolleginnen und Kollegen verstehe ich mich sehr gut. Wir sind in kurzer Zeit zu einer kleinen Familie zusammengewachsen.

Wie weit hat Corona Ihre Pläne durchkreuzt?

Heigl: Vieles lief anders als erwartet. Ursprünglich war eine Südamerika-Umrundung geplant. Diese wurde aber noch vor der Abfahrt verändert. Ziemlich spontan fiel auch die geplante Karibikreise ins Wasser. Als schließlich noch die Omikron-Mutation eine neue Corona-Welle verursachte, durften lediglich die Passagiere von Bord – wir als Crew-Mitglieder mussten in vielen Häfen am Schiff bleiben. Das war schade, vor allem wenn man wunderschöne Orte wie Madeira nur aus der Ferne betrachten kann.

Hat es was Positives daran gegeben, während dieser Pandemie auf dem Schiff zu sein?

Heigl: Ja auf jeden Fall! Während des Lockdowns in Österreich hätte ich nicht auf der Bühne stehen dürfen, was mir auch in dieser Zeit auf dem Schiff möglich war. Dafür bin ich sehr dankbar. Denn gerade in solchen Zeiten ist es in dieser Branche sehr schwer, einen Job zu finden.

Würden Sie behaupten, trotz Corona den Aufenthalt genossen zu haben?

Heigl: Ja! Zwar war es nicht immer der Fall, jedoch gab es Zeiten, in denen auch wir Ensemblemitglieder vom Schiff durften und wir so trotz der Pandemie neue Orte bereist und kennengelernt haben. Ich habe insgesamt viel aus der Situation gelernt, konnte viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln.

Eigentlich sollte die Reise noch ohne Pause bis Juli fortgesetzt werden, doch jetzt sind Sie zuhause in Wieselburg. Wie ist es dazu gekommen?

Heigl: Aufgrund verschiedener Umstände – Corona ist natürlich nicht ganz unbeteiligt – hat sich Phönix-Reisen dazu entschieden, mit der MS-Amadea eine Pause einzulegen und die Zeit auch für Werftarbeiten zu nutzen. Aber Ende März soll es wieder weitergehen.

Wie stehen Sie zu dieser Unterbrechung?

Heigl: Ich war im ersten Moment sehr geschockt und traurig, habe mich dann aber sehr schnell damit abgefunden und auf zuhause gefreut. Jetzt genieße ich meine freie Zeit mit Familie und Freunden und freue mich, Ende März die Zeit am Schiff fortzusetzen. Ich hoffe, dass sich bis dahin die Corona-Situation beruhigt hat und wir dann wieder halbwegs normalen Betrieb ohne zu große Einschränkungen aufnehmen können.

Haben Sie Angst vor etwas, dass am Schiff passieren könnte, wenn Sie weiterfahren?

Heigl: Bis jetzt war meine größte Angst, dass wir stoppen und nach Hause müssen. Da dieses Worst-Case-Szenario jetzt eingetreten ist, fühle ich mich allerdings von dieser Angst befreit. Denn ich gehe nicht davon aus, dass dies ein zweites Mal geschieht.

Wie werden Corona Regelungen am Schiff gehandhabt?

Heigl: Am Schiff herrschen in allen Bereichen strenge Regeln – so auch bei Corona. Alle Passagiere müssen vollständig geimpft, die Besatzung sogar geboostert sein. Als wir im Oktober aufs Schiff kamen, mussten wir fünf Tage in Isolation. Kurz bevor wir überraschend nach Hause mussten, erkrankte eine Kollegin aus dem Showensemble an Corona, weshalb das gesamte Ensemble trotz Impfung aus Vorsicht erneut in Quarantäne geschickt wurde. Nach den fünf Tagen, die wir in unserer Kabine verbracht hatten, wurden wir schon von den Gästen erwartet. Denn fünf Tage sind auf dem Kreuzfahrtschiff eine ungewöhnlich lange Zeit ohne Shows.

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