Zweistellig bleiben als Ziel bei den Grünen. Die NÖN lädt die regionalen Spitzenkandidaten der Parteien zur Nationalratswahl zum Gespräch. In dieser Ausgabe: Grünen-Kandidatin Monika Oberradter aus St. Valentin.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 13. September 2017 (04:11)
Auch wenn Streitereien mit den Jungen Grünen und Peter Pilz der Partei geschadet haben, ist Monika Oberradter davon überzeugt, dass die Grünen bei der Wahl am 15. Oktober zweistellig bleiben werden.
NOEN, Vogl

NÖN: Warum kandidieren Sie für die Grünen als Spitzenkandidatin im Wahlkreis Mostviertel?

Monika Oberradter: Es ist die Bitte an mich herangetragen worden und nachdem ich schon sehr lange dabei bin und die grüne Ökologie, Solidarisierung etc. weiter vertreten möchte, habe ich mich zur Verfügung gestellt.

Mit welchen Zielen gehen Sie in die Wahl: Für die Partei und für Sie ganz persönlich? Was wäre für Sie ein Wahlerfolg?

Oberradter: Die Ziele der Partei und von mir sind natürlich zweistellig zu bleiben. Das wäre auf jeden Fall ein Erfolg. Wir werden aber diesmal nicht die Umfragekaiser sein, sondern die Wahlkaiser. Da bin ich guten Mutes. Es war ja immer ein grünes Phänomen, dass wir in den Umfragen immer viel mehr Prozente hatten als dann bei der Wahl. Das wird heuer nicht so sein.

Wie will man sich von der Liste Pilz abgrenzen, mit der man sich ja quasi ehemalige Grün-Wähler teilen muss?

Oberradter: Wenn man sich ansieht, was Peter Pilz jetzt publiziert, dann fehlt mir das Grüne völlig. Ich sehe derzeit in seinen Statements absolut nichts Grünes. Er will sich selbst profilieren, keine anderen Meinungen mehr zulassen und bedient jene Gruppe, die einen lauten Vorredner will. Es gibt aber auch viele Menschen, die noch auf Inhalte schauen und darum habe ich keine Angst, dass die Grünen nicht die zehn Prozent erreichen oder sogar mehr. Denn bei den Grünen ist Inhalt drinnen.

Werden Sie einen Persönlichkeitswahlkampf führen?

Oberradter: Ich werde im Bezirk bei den Veranstaltungen dabei sein, aber Plakate wird es von mir keine geben.

Welche Themen stehen für Sie bei dieser Wahl im Mittelpunkt?

Oberradter: Umwelt und Klimaschutz ist bei den Grünen immer ein Thema, ebenso sind der Solidaritätsgedanke und der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtig. Wir wollen die Bevölkerung nicht auseinanderdividieren, wie es derzeit ja sehr häufig passiert.

Wie bewältigen Sie den Wahlkampf persönlich? Bringen Sie selbst Mittel ein – sei es Ihre Zeit, finanzielle Mittel oder haben Sie gar eigene Mitarbeiter?

Oberradter: Ich bringe vor allem Zeit ein. Zumindest eine Aussendung werden wir vor der Wahl auf alle Fälle noch machen. Wir haben dafür ein ganz gutes Budget, weil wir immer die Hälfte unseres Gemeinderatssalärs ansparen. Die Grün-Mandatare sind nicht wegen des Geldes im Gemeinderat, sondern aus Idealismus und wegen der Sache.

Welche Rolle spielen Facebook und Co. bei Ihrem Wahlkampf?

Oberradter: Wenn sich irgendetwas tut, dann stellen wir es natürlich gleich auf Facebook. Wir teilen auch Dinge, die jemand anderer postet, wenn es für uns gut passt. Also auf Facebook sind wir präsent, eine eigene Homepage haben die Grünen St. Valentin aber nicht.