Neues Ruftaxi am Bremspedal. Bedarfsorientiertes Sammeltaxisystem überzeugt nicht alle Gemeinden. Hohe Kosten werden befürchtet.

Von Claudia Christ und Andreas Kössl. Erstellt am 04. Juni 2019 (04:01)
Symbolbild
Jaromir Chalabala/Shutterstock.com

Ab 2020 soll es unterwegs sein: Das ISTmobil, ein Anrufsammeltaxisystem, welches das öffentliche Verkehrsnetz in der Region ergänzen soll, indem den vorhandenen Haltestellen weitere Haltepunkte hinzugefügt werden.

Wer also am Land wohnt und keinen Öffi-Stopp in der Nähe hat, greift zum Telefon und ordert ein Taxi. Dieses holt den Fahrgast dann vom nächstgelegenen Haltepunkt ab und bringt ihn zu einem Haltepunkt in der Nähe des Reiseziels. Innerhalb einer Gemeinde bzw. einer Zone soll dabei kein Umstieg auf ein anderes öffentliches Verkehrsmittel nötig sein. Auch bei gemeindeübergreifenden Fahrten von weniger als fünf Kilometer soll das nicht der Fall sein.

Verfügbar soll der Fahrtenservice von Montag bis Samstag (7 bis 22 Uhr) und an Sonn- und Feiertagen (7 bis 19 Uhr) sein. 3,30 Euro kostet die Fahrt innerhalb einer Tarifzone. Bei einer Fahrt in die Nachbargemeinde würden 5,50 Euro anfallen. Mit an Bord bei dem Anrufsammeltaxisystem sollten ursprünglich 14 Gemeinden sein.

Die steirische Kommune Mariazell sprang allerdings bald wieder ab. So blieben 13 niederösterreichische Gemeinden aus den Bezirken Amstetten, Scheibbs und Lilienfeld sowie die Stadt Waidhofen. In Folge wurde ein Beteiligungsmodell für Waidhofen, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein, St. Georgen/Reith, Lunz, Göstling, Gaming, Scheibbs, St. Anton/Jessnitz, Puchenstuben, Mitterbach/Erlaufsee und Annaberg entwickelt.

St. Georgen/Reith und Hollenstein eher dagegen

Für eine Umsetzung muss das Vorhaben noch von den jeweiligen Gemeinderäten abgesegnet werden. In den Gemeinden St. Anton/Jessnitz, Mitterbach/Erlauf, Puchenstuben, Annaberg, Waidhofen und Gaming ist dies bereits passiert. Zuletzt sprachen sich St. Georgen/Reith und Hollenstein eher dagegen aus. Die jährlichen Gesamtkosten wurden mit 429.000 Euro kalkuliert. Dazu würde das Land eine 35-prozentige Förderung beisteuern.

"Ich könnte mir das Projekt durchaus auch in einer kleineren Struktur vorstellen.“Gamings Bürgermeisterin Renate Gruber

Gamings Bürgermeisterin Renate Gruber will nun rasch handeln: „Der Bedarf ist in unserer Gemeinde eindeutig vorhanden und die Kosten sind budgetiert. Ich könnte mir das Projekt durchaus auch in einer kleineren Struktur vorstellen.“

Unschlüssig geben sich die Gemeinden Lunz und Göstling. „Wenn wir beitreten, muss gesichert sein, dass auch Schüler- und Radfahrer-Transporte in diesem Paket mit dabei sind. Es macht kostenmäßig nur Sinn, wenn sich alle Ybbstaler Gemeinden beteiligen“, sagt Bürgermeister Martin Ploderer in Lunz. Und Göstlings Ortschef Friedrich Fahrnberger bekräftigt: „Generell ist das eine super Sache, es muss aber für uns leistbar sein.“

Umfrage beendet

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