Jagd im Bezirk Scheibbs: „Abschussquote nicht erfüllt“. Jäger im Bezirk Scheibbs konnten den von der Behörde erstellten Abschussplan nicht erfüllen. Das Wild war durch Wanderer und Mountainbiker verschreckt.

Von Karin Katona. Erstellt am 18. Februar 2021 (04:48)
Bei der Trophäenbewertung im Hegering Wieselburg, von links: Hegeringleiter Johann Schönbichler, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Martin Mayrhofer, Bezirksjägermeister Ferdinand Schuster und Stefan Wieland.
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Bezirksjägermeister Ferdinand Schuster verriet im NÖN-Gespräch, warum er mit dem Jagd-Jahr 2020 gar nicht zufrieden ist.

NÖN: Jagd in Zeiten der Pandemie – was war anders?

Ferdinand Schuster: So ziemlich alles. Zum ersten Mal gab es keine Gesellschaftsjagden, die neben den Hegeschauen für die Jäger Höhepunkte im Jahr sind. Auf die Pirsch zu gehen, war nur einzeln oder in Kleingruppen möglich.

Aktuell stehen die alljährlichen Hegeschauen am Programm. Wie werden diese abgehalten?

Die Hegeringleiter haben die Trophäen eingereicht, die von einer dreiköpfigen Jury bewertet und gekennzeichnet werden. So hat es zwar eine Bewertung gegeben, aber keine Versammlung. Die Abzeichen und Ehrenbrüche, die sonst bei den Hegeschauen verliehen werden, werden vom Jagdverband direkt zugesendet.

„Das wird uns noch auf den Kopf fallen, denn zu viel Wild verursacht Wildverbiss.“

Welche anderen Veranstaltungen konnten nicht stattfinden?

Es hat keine Bezirksmeisterschaften im jagdlichen Schießen gegeben. Es geht aber auch um das Hegeringschießen, denn für alle Jäger ist regelmäßiges Schießtraining wichtig.

Was macht Ihnen im Moment die meisten Sorgen?

Dass wir im Bezirk den behördlich festgesetzten Abschussplan bei Weitem nicht erfüllen konnten. Wir haben insgesamt 500 Stück Rehe und 110 Stück Rotwild weniger erlegt als vorgesehen. Das wird uns noch auf den Kopf fallen, denn zu viel Wild verursacht Wildverbiss.

Wieso konnte die Quote nicht erfüllt werden?

Der Hauptgrund war die totale Beunruhigung der Reviere durch leider zu viele rücksichtslose Wanderer und Mountainbiker. Zu viele waren abseits der Wege im Wald unterwegs. Und ein neues Phänomen, das es früher nicht gegeben hat, ist, dass die Leute jetzt auch nachts, mit Stirnlampen, wandern und Skitouren gehen. Zu dieser Zeit ist das Wild aktiv und auf Futtersuche. Das hat verheerende Auswirkungen.

Ist nicht besonders jetzt der Wald wichtig für alle Menschen?

Ich will niemandem verbieten, wandern oder mountainbiken zu gehen. Ich appelliere nur an alle, auf den markierten Wegen zu bleiben und nicht nachts zu gehen.