„Abwanderung ist das größte Problem in Oberndorf“. Oberndorfer Wirtschaftstreibende zeigen Zusammenhalt: Teilnahme am vierjährigen Dorferneuerungsprojekt motiviert.

Von Gerhard Rötzer. Erstellt am 22. April 2019 (04:40)
Rötzer
Hannes Reisinger, Regina Wurzenberger, Johannes Rötzer, Peter Leichtfried (von links, vorne), Melitta Windpassinger, Johann Mitterbauer, Anton Dollfuß, Erika Baumgartner, Augustin Reichenvater (WK), Vizebürgermeisterin Brigitte Reinhardt und Bürgermeister Walter Seiberl (hinten).

Was die Oberndorfer Betriebe bieten und leisten – das wollte der Wirtschaftsbund Oberndorf im vergangenen Jahr mit einer Broschüre zeigen, in der alle Betriebe des Orts vorgestellt wurden. „Die Broschüre ist sehr gut angekommen“, berichtete Wirtschaftsbund-Obmann Anton Dollfuß bei der jüngsten Generalversammlung. „Ich denke, es ist uns gelungen, damit die Wertschätzung für die heimische Wirtschaft zu heben.“

Bei der Versammlung zur Sprache kamen auch Probleme des Wirtschaftsstandpunkts Oberndorfs, wie die Abwanderung und Schließung von Betrieben. „Wir haben in den vergangenen Jahren leider einige wichtige Betriebe verloren. Firmen oder Geschäfte wandern in zentralere Regionen ab oder finden keine Nachfolger, wenn der Besitzer in Pension geht“, bedauert Anton Dollfuß. Oberndorf teile das Schicksal vieler kleinerer Orte: „Wir haben keine Frequenzbringer. Die großen Handelsketten sind nicht an uns interessiert. Das können wir nicht ändern. Wir wollen uns stattdessen auf die Strukturen konzentrieren, die zu uns passen.“ Gut angekommen sei der Dorfladen, der 2018 eröffnet hat: „Was wir uns noch wünschen, ist eine Kommunikationszentrale, wie ein kleines Café. Und neue Betriebe in unseren Leerobjekten, die leider immer mehr werden.“

Aktiv entgegenwirken wolle man der Abwanderung jetzt mit der Teilnahme an einem vierjährigen Projekt der Dorferneuerung. Der Startschuss soll in Kürze erfolgen. „Die Leerstände sind bereits erhoben und mit den Besitzern über ihre Vorstellungen gesprochen worden. Das wichtigste ist: Die Bevölkerung soll dahinter stehen. Alle müssen an einem Strang ziehen.“

Die Wirtschaftsbetriebe täten dies bereits, bleibt Dollfuß optimistisch: „Von den 100 Mitgliedern sind mehr als die Hälfte zur Versammlung gekommen.“