Das war das Jahr 2021 im Bezirk Scheibbs

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:05
Lesezeit: 15 Min
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Foto: Claudia Christ
Die Höhepunkte des Jahres 2021 im Bezirk Scheibbs auf einen Blick.
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Zweite Chance für Lackenhof

Nach dem Ausstieg der Schröcksnadel-Gruppe droht Anfang Dezember das Aus für die Ötscherlifte. Danach rollt eine Welle der Solidarität über das Ötscherdorf herein. 19.388 Personen unterstützten mit ihrer Petition „Rettet den Ötscher“ den Fortbestand des Liftbetriebes. Nach harten parteiübergreifenden Verhandlungen fand das Land NÖ mit der Übernahme der Ötscher- und Hochkarlifte zu 100 Prozent ein gutes Ende, zumindest für die kommenden zwei Jahre.

Der Bezirk als Corona-Hotspot

Gleich zwei Mal gibt es für den Scheibbser Bezirk eine Hochinzidenz-Verordnung mit Ausreisekontrollen. Bei der Impfquote ist man bis Jahresende weiter Schlusslicht: „Es ist so weit. Ab morgen gibt es bei allen Ausfahrten aus den Bezirk stichprobenartige Kontrollen. Wir haben die Grenzwerte leider zu oft hintereinander überschritten. Die Hochinzidenz-Verordnung ist in Kraft.“ Diesen Satz muss Bezirkshauptmann Johann Seper heuer gleich zwei Mal verkünden. Zuerst am 8. April, nachdem der Bezirk Scheibbs eine Woche zuvor gerade noch davongekommen war, und dann zum zweiten Mal am 22. Oktober. Für jeweils 15 Tage ist die Hochinzidenz-Verordnung in Kraft – damit verbunden sind auch die Ausreisekontrollen.

Im April werden 8.985 Fahrzeuge mit 10.970 Personen kontrolliert. Dabei gibt es 356 Ausreiseverweigerungen und drei Anzeigen. Im Oktober/November, wo sukzessive auch in den umliegenden Bezirken Ausreisekontrollen in Kraft treten, sind es 4.394 Fahrzeug- und 6.712 Personenkontrollen. Dabei kommt es zu 47 Ausreiseverweigerungen und vier Anzeigen.
Mehrmals befindet sich der Bezirk Scheibbs dieses Jahr niederösterreichweit, aber auch österreichweit unter den negativen Spitzenreitern bei der Sieben-Tages-Inzidenz.

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Zwei Mal gibt es heuer Ausreisekontrollen aus dem Bezirk Scheibbs. Insgesamt 17.682 Personen werden kontrolliert.
Foto: Eplinger

Den höchsten Wert erreicht der Bezirk am 15. November mit einer Inzidenz von 1.467,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Dafür führt der Bezirk auch die nö-weite Impfquoten-Statistik an – allerdings von hinten. Seit der Auswertung durch Notruf NÖ ist der Scheibbser Bezirk bei der Impfquote Schlusslicht im Bundesland. Aktuell hält der Bezirk Scheibbs bei einer Impfquote (zwei Mal geimpft) von 64,24 Prozent (NÖ-Wert 72,48 Prozent).

Aktuell liegen noch sechs der 18 Gemeinden unter der 60-Prozent-Marke. Schlusslicht im Bezirk ist Gresten-Land mit einer Impfquote von 52,32 Prozent. Und das, obwohl neben den Impfungen bei den Hausärzten und den Einsätzen des NÖ Impfbusses auch das Impfzentrum des Landes in Wieselburg zwei Mal in diesem Jahr seine Pforten öffnet. Zuerst von 22. April bis 15. August und jetzt wieder seit 10. November. Seither sind dort 15.596 Impfungen – auch für Kinder – durchgeführt worden.

Betrugsprozess

Ein spektakulärer Betrugsfall, bei dem ein Scheibbser Finanz- und Vermögensberater zwischen 2017 und 2020 über 20 Häuslbauer um ihr Geld betrogen hatte, wird am Landesgericht St. Pölten verhandelt. Am ersten Prozesstag Anfang Februar gesteht der Angeklagte. Für die rund zwei Millionen Schaden könne er nicht aufkommen, er sei in Konkurs: „Es tut mir so leid, so viele Existenzen hängen daran.“ Wegen schweren, gewerbsmäßigen Betrugs, Veruntreuung und Urkundenfälschung geht der 57-Jährige laut Urteil von Anfang März für vier Jahre hinter Gitter. Das Urteil ist rechtskräftig. Einige der Geschädigten wollen weiter klagen.

Protest gegen Wohnprojekt

Ein geplantes Mehrparteien-Wohnhaus in der Scheibbser Feldgasse wird Mitte Februar zum Stein des Anstoßes für die Anrainer. Auf dem Grundstück befindet sich eine grüne Oase, der „Haberlgarten“, der von mehreren Familien als Obst- und Gemüsegarten bewirtschaftet wird. Durch plötzlich stattfindende Bodenproben für ein geologisches Gutachten werden die Anrainer auf den Plan gerufen. Sie sammeln 345 Unterschriften, die sie Bürgermeister Franz Aigner übergeben. Dieser beruhigt: „Noch wissen wir nur von einem Vorentwurf. Als Gemeinde haben wir aber auch kein Widerspruchsrecht.“

Alles verloren

Im Schlaf vom Feuer überrascht werden die Bewohner eines Mehrparteienwohnhauses in der Purgstaller Pöchlarnerstraße in der Nacht zum 21. Februar. Ein junger Vater mit seinen drei Kindern ist in den Flammen eingeschlossen und kann in letzer Minute durch das beherzte Eingreifen eines Nachbarn gerettet werden. Insgesamt sind am Brandort fünf Wehren mit 20 Fahrzeugen und 117 Mitgliedern im Einsatz. Die Wohnung der Familie wird völlig zerstört. Sofort setzt eine große Welle der Hilfsbereitschaft ein, neben zahlreichen Sachspenden wird ein Spendenkonto eingerichtet sowie eine neue Wohnung für die Familie gefunden. Ausgelöst wurde der Brand durch nachglühende Teilchen von Tabakwaren oder einer Kerze.

Highway ins Erlauftal eröffnet

Nach fast exakt fünfjähriger Bauzeit und knapp acht monatiger Verspätung aufgrund des Brückeneinsturzes wird die Umfahrung Wieselburg am 10. Juni offiziell von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner eröffnet. Die 8,1 Kilometer lange Trasse mit 17 Brücken sorgt für eine spürbare Entlastung des Stadtzentrums und schnellere Anbindung des Erlauftals an die Autobahn.

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Foto: FotoLois.com/Alois Spandl

Erste Frau in der Bier-Chefetage

Acht Jahre lang war sie bei der Brau Union für die Nachhaltigkeitsagenden zuständig, ab 1. März ist Gabriela Maria Straka als erste Frau in der 100-jährigen Geschichte des Unternehmens Mitglied des Management Boards. Die Wirtschaftswissenschafterin und diplomierte Biersommelière freut sich: „Eine Ehre und Auszeichnung für mich. Und ein Zeichen für den hohen Stellenwert, den das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen und im Konzern hat.

Blasmusik

30 Jahre war der Reinsberger August Prüller im Bezirksvorstand der Blasmusik-Arbeitgemeinschaft, zwölf Jahre als Bezirksobmann. Bei der Wahl im April tritt er nicht mehr an. Sein Nachfolger wird Werner Pitzl, bisher Obmann der Werkskapelle Busatis.

Kronister ist Dechant

Der Purgstaller Pfarrer Franz Kronister wird am 20. Mai als Nachfolger des verstorbenen Dechant Karl Hasengst zum Dechant des Dekanates Scheibbs gewählt. Nach einer kurzen Bedenkzeit nimmt Kronister die Wahl an und wird von Bischof Alois Schwarz im Amt bestätigt. Er will weiter „ehrlich bleiben“.

Neuer Ötscher-Turm

Nach der Sanierung des Ötscher-Turmes in Naturpark Ötscher-Tormäuer in Wienerbruck wird das sanierte Objekt zum „Fliegenden Klassenzimmer, Aussichtspunkt und Ort der Naturvermittlung“. Bei der Eröffnungsfeier im Anfang Juni. Mit einem Projektvolumen von 280.000 Euro kann neben dem Umbau des Turmes auch die Revitalisierung des Erlebnisdorfes Sulzbichl und die Weiterentwicklung des Naturvermittlungsangebotes gesetzt werden.

Schloss hat neue Besitzer

Nach mehreren Jahren erfolgt mit Juni die Übernahme des Schlosses Wolfpassing samt Wirtschaftshof durch die „HRH GmbH“ aus Amstetten.

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Bei der Übernahme von Schloss Wolfpassing (von links): die ehemaligen Eigentümer Franz und Stefan Schrittwieser mit den neuen Eigentümern Manuel Röska und Alexander Haider sowie Johann Vonwald und Bürgermeister Friedrich Salzer.
Foto: Anna Faltner

Erlauftalradweg eröffnet

Ende Juni wird der neue 59 Kilometer lange Erlauftalradweg von Pöchlarn bis zum Lunzer See eröffnet. Vertreter der 18 beteiligten Gemeinden erkunden im Rahmen der Eröffnung „Flussradeln“-Projektes gemeinsam die Strecke. Ermöglicht hat es die Kooperation der beiden Leaderregionen Südliches Waldviertel- Nibelungengau und NÖ Eisenstraße, Mostviertel Tourismus und die Gemeinden. Rund 200.000 Euro werden investiert.

2,16 Millionen für den Lehenhof

Elf Jahre lang sucht die Stadtgemeinde Wien nach einem Käufer für den Lehenhof in Scheibbs. Anfang November ist der Deal um das 25,4 Hektar große Areal perfekt. Der Steinakirchner Gerhard Buchinger und der Wiener Gerhard Aigner erwerben die denkmalgeschützte Villa samt Grundstück um 2,16 Millionen Euro.

Die beiden Geschäftspartner und Jugendfreunde wollen hier mit Partnern etwas Nachhaltiges für die Region schaffen und die Gemeinde und die Bevölkerung bei der Gesamtkonzepterstellung miteinbinden. Erst diesbezügliche Überlegungen sollen im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes, das mit 1. Jänner in Scheibbs startet, gemacht werden.

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Gerhard Aigner und Gerhard Buchinger kaufen den Lehenhof.
Foto: Eplinger

Das Griss um die Ärzte

Gleich drei neue Gesundheitszentren entstehen im Bezirk: Im Stadtquartier Wieselburg eröffnen die Frauenärztinnen Sigrid Deimel und Kehinde Wewe sowie die Fachärzte Stefan Hacker (Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie), Physiotherapeut Dominik Kern und Psychotherapeut Martin Steiner sowie Osteopath Laurenz Radlberger ihre Praxen. Ebenso ziehen Kassen-Zahnarzt Michael Gindl und Augenarzt Albert Daxer ein. Mit Daxer wechselt auch die Facharztkassenstelle von Ybbs nach Wieselburg.

Mit 1. April 2022 öffnet in Purgstall das Primärversorgungszentrum. Neben den Allgemeinmedizinern Leopold Auer, Maria Hofmann-Schreil, Julia Gassner sowie Thomas Bandur (Oberarzt der Chirurgie in Scheibbs), Joachim Lindner (Assistenzarzt in Ausbildung zum Anästhesist) und Dieter Grünberger (Assistenzarzt in Ausbildung zum Kinderarzt) werden auch Diätologen, Physiotherapeuten, Psychologen, Wundmanager, Hebammen und eine Logopädin unter einem Dach arbeiten. Diplomiertes Pflegepersonal, medizinische Assistentinnen und zwei PVZ-Manager ergänzen das Team. Ein Ausbau mit weiteren Allgemeinmedizinern sowie einem Arzt aus dem Fachbereich Kinder- und Jugendheilkunde ist geplant.

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Bürgermeister Harald Riemer mit den künftigen Ärzten des PVZ Purgstall, das im April 2022 in Betrieb gehen wird, von links: Thomas Bandur, Maria Hofmann-Schreil, Dieter Grünberger, Julia Gassner, Joachim Lindner und Leopold Auer.
Foto: Karin Katona

Die Bezirkshauptstadt Scheibbs macht mit der Eröffnung eines Physio-Institutes in der Bahnhofstraße auf sich aufmerksam. Ab März 2022 sollen hier Ärzte, Therapeuten und Masseure tätig sein. Bürgermeister Franz Aigner muss aber auch heftige Kritik wegen der „verpatzten“ Nachfolge von Allgemeinmediziner Karl Exinger einstecken. Und auch der Verkauf des Gemeindehauses an das Physio-Institut Scheibbs bleibt nicht ohne Gegenwind.

Scheibbs hat aktuell den größten Ärztemangel im Bezirk. Neben der Stelle von Exinger ist auch die Kassenstelle von Paul Kupelwieser nach wie vor unbesetzt, genauso wie die Kassenstelle von Hautärztin Eva Mühlbacher, die Ende Juni in Pension geht. Ebenfalls noch unbesetzt sind die Kassenstellen der Allgemeinmediziner Nabil Badawi in Wieselburg und Wolfgang Kammerer in Gresten. Im Dezember beendet auch Claudia Reiter in Gaming ihre Ordinationstätigkeit: Nachfolger nicht in Sicht.

Dafür geht es nach langer Planung im neuen Arzthaus in Gresten-Land im Frühling Schlag auf Schlag. Mitten in der Bauphase geht Zahnarzt Walter Salaberger in Pension und kann Mohammad Ibraheem als Nachfolger begeistern. Im März bezieht Orthopäde Mahmoud Elshamly seine Praxis, und Doktor Syrus Nikou übersiedelt im Juni. Für seine Gattin, Frauenärztin Johanna Wohleser-Nikou, steht im Obergeschoss eine Ordination bereit.

Der Silvestertag wird der erste Ordinationstag von Allgemeinmediziner Anton Danzer in seiner neuen Praxis im Obergeschoss des Volksbankgebäudes in Steinakirchen sein.

Der Herr Pfarrer ist tot

Es ist der Todesfall, der 2021 wohl die meisten Menschen im Bezirk erschüttert. Jener des langjährigen Scheibbser Stadtpfarrers und Ehrenbürgers Karl Hasengst, der am 18. April an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung im 73. Lebensjahr verstirbt.

Karl Hasengst war 24 Jahre lang überaus beliebter Seelsorger in der Pfarre Scheibbs, seit 2011 bis zu seinem Tod Dechant des Dekanates Scheibbs und seit 2013 zusätzlich auch Pfarrer in St. Georgen/Leys.

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Foto: Archiv

Leiter-Team für Poly

22 Jahre war Edda Taschler Direktorin des Poly Scheibbs, unter ihrer Leitung wurde aus dem konturlosen Konzept „Polytechnischer Lehrgang“ die Top-Lehrlingsschmiede des Bezirks. Anfang Juli geht sie in Pension und stellt ihre Nachfolger vor: Ein dreiköpfiges Leiterteam, bestehend aus drei Lehrkräften, die alle bereits mehrere Jahre an der Schule unterrichten, wird in Zukunft die Geschicke der Schule leiten. Andreas Steinmetz, Robert Heindl und Doris Piringer-Groll freuen sich auf den gemeinsamen Weg.

Erster Schulschluss

Das Ende des Schuljahrs ist auch ein Meilenstein für das BIGS, das Caritas Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Gaming. Die ersten 60 Schüler feiern ihr erstes erfolgreich abgeschlossenes Schuljahr.

wellenklaenge Lunz am See

Unter dem Motto „streben & sterben“ steht das Kulturfestival wellenklaenge Lunz am See Ende Juli. Schon der Eröffnungsabend mit Violetta Parisini und dem Schmusechor glänzt mit herrlichem Ohrenschmaus und perfekter Abendstimmung auf dem See. Hochkarätige Konzerte, die Märchenerzähler und nicht zuletzt das Jakobisingen auf dem See erweisen sich als Publikums-Magnete.

Umbau startet

Mit Schuljahresende startet auch der Zu- und Umbau des Kindergartens Mühling. Nur drei Monate Bauzeit sind für das Projekt vorgesehen. Die Kindergartengröße wird verdoppelt. Die Kosten sollen– einschließlich Grundankauf – rund eineinhalb Millionen Euro betragen.

LKW-Streit

Sieben Wochen nach Eröffnung der Umfahrung Wieselburg entfacht sich Ende Juli ein Streit zwischen Wieselburg und den Nachbargemeinden um den Schwerverkehr von Wieselburg Richtung Wirtschaftspark Wolfpassing. Wieselburgs Bürgermeister Sepp Leitner spricht sich für ein Fahrverbot für Schwerverkehr in der Grestner Straße aus und will mit den Nachbargemeinden um Lösungen verhandeln. Sowohl aus Purgstall als auch aus Wolfpassing gibt es Absagen. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung 2010 wurde von allen Gemeinden unterschrieben. Es gab eine Verkehrsprognose, die auch ziemlich genau eingetroffen ist“, sagt Wolfpassings Bürgermeister Friedrich Salzer und interpretiert das Verhalten von Leitner als „Vertragsbruch“.

Gelungene Premiere

Drei Wochenenden lang ist das Schloss Wolfpassing erstmals Bühne für den Theatersommer im Schloss. Christina Meister-Sedlinger als Intendantin und ihr Mann Martin Sedlinger als Produktionsleiter dürfen sich über eine gelungene Premiere in der neuen Location freuen. Die zehn Vorstellungen von Hermann Bahrs „Das Konzert“ sind fast zur Gänze ausverkauft. 2022 gibts eine Fortsetzung mit Peter Turrinis „Der tollste Tag“.

Heimsieg

Bereits zum zweiten Mal geht Ende August auf der Burgarena Reinsberg das Burgvoixfest „Auftanzt & Aufg‘spüt“ der Landjugend Niederösterreich über die Bühne. Insgesamt zehn Volkstanzgruppen tanzen um den Sieg. Den Heimsieg in der Kategorie Gold holt sich die Volkstanzgruppe Reinsberg.

Modellregion

Mit zukunftsweisenden Maßnahmen wollen die Bezirke Scheibbs und Melk Modellregion für Nachhaltigkeit werden. Initiator sind die Umweltverbände, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Forschern und Bildungseinrichtungen das Projekt „Modellregion Bioökonomie & Kreislaufwirtschaft“ erarbeitet haben und dieses im Schloss Weinzierl präsentieren.

Brand bei ZKW

Einen hohen Sachschaden, aber nur eine kurze Unterbrechung der Produktion verursacht ein Großbrand in einem begrenzten Teil des Kunststoff-Fertigungsbereichs der Firma ZKW Lichtsysteme GmbH in Wieselburg. Personen wurden zum Glück keine verletzt.

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Im September verursacht ein Brand in der Produktion einen hohen Sachschaden im ZKW-Stammwerk in Wieselburg. Ab November wird das neue, 16 Millionen Euro teure Logistikzentrum mit vollkommen digitalen Lösungen für die Produktströme hochgefahren.
Foto: ZKW Group

Vize-Europameister

Web-Developer Matthias Gruber aus Purgstall holte Ende September der Berufs-Europameisterschaft „EuroSkills“ Silber.

Projekt WOW

Oberndorf präsentiert Anfang Oktober das Ergebnis einer Bürgerbefragung zum Projekt „WOW-Wie Oberndorf wird“. Viele Wünsche und Ideen sind gesammelt worden, bis zum Frühjahr wird ein Leitbild erstellt.

„Land unter“ im Bezirk

Starkregen und Unwetter sorgen am 17./18. Juli für Überflutungen und Hochwasser im Bezirk. Bis zu 470 Feuerwehrmänner kämpfen gegen die Wassermassen an. Dennoch sind die Schäden enorm, zahlreiche Keller müssen ausgepumpt werden, Bäche treten aus den Ufern, Straßen und Wege werden von den Wassermassen weggespült . Besonders betroffen sind die Gemeinden Wieselburg (siehe Bild), Wolfpassing, Göstling und Steinakirchen.

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Foto: Alois Spandl

20.000 virtuelle Urwaldbesucher

Nach knapp zehn Jahren nach der Idee und zwei Jahren Bauzeit wird am Pfingstwochenende im Mai das Haus der Wildnis in Lunz feierlich eröffnet. Hochrangige Prominenz, allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, ist bei der Eröffnungsfeier anwesend.

Den Besuchern verspricht das Haus, dem Urwald, der durch die Zusammenlegung des niederösterreich-steirischen Grenzgebietes auf 7.000 Hektar angewachsen ist, so nah wie noch nie zu kommen. Im März, also kurz vor Eröffnung des Haues wird die Fusion des Schutzgebietes vertraglich besiegelt. Somit hat sich die Schutzfläche des UNESCO-Weltnaturerbes verdoppelt.

Ein politischer Kraftakt, der europaweit ein einzigartiger Schritt für die Natur, aber auch für die Weiterentwicklung der gesamten Region darstellt.

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Eröffnen am 22. Mai das Haus der Wildnis (von links): LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Christoph Leditznig, Geschäftsführer des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal, Hausherrin Ramona Schmidt, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Josef Schachner.
Foto: Christ

Diese einzigartige Natur des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal wird mittels Virtual-Reality, Filmen und Multimedia-Projektionen für die ganze Familie erlebbar gemacht. Dass das gut gelingt und die Besucher begeistert sind, weiß der Geschäftsführer des Wildnisgebietes Christoph Leditznig: „Aufgrund der Umstände durch die Pandemie sind wir sehr zufrieden mit der Besucherzahl. Wir haben mit 30.000 Besuchern gerechnet, und 20.000 Gäste konnten wir in der Ausstellung bislang begrüßen, mehr als 25.000 frequentierten unser Haus und die angrenzende Gastronomie.“ Zudem wird sich das Angebot für die Gäste auch im kommenden Jahr weiterentwickeln. „Ab dem Frühling werden Audio-Guides, die die Besucher durch die Ausstellung führen, angeboten“, meint Leditznig.

Scheibbser DJ in Dubai

Philipp Pflügl alias „DJ Zeus“ bekommt im Oktober eine einzigartige Chance. Der 32-jährige Scheibbser und Pressesprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos sorgt an zwei Abenden in Dubai für Partystimmung. Das Booking ist beim Mittagessen mit Norbert Bauer, dem Mastermind von Beatpatrol, zustande gekommen. Für Pflügl ist das zwar nicht sein erstes Auslandsengagement, aber sein erstes außerhalb Europas.

NÖN-Talente aus dem Bezirk

Dem Gaminger Michael Gallistl und der Oberndorferin Lena Wieseneder gelingt im Oktober bei den Castings zur NÖN-Talenteshow der Einzug in das Landesfinale. Dieses findet am 13. November im NV-Forum Messe Wieselburg statt. Dabei stellen sich die zwölf besten Talente aus insgesamt 800 Teilnehmer der Challenge um den Titel „Die NÖN sucht das größte Talent“. Nach der Verkündung des Ergebnisses darf Moderator Andy Marek Michael Gallistl zum zweiten Platz gratulieren. Lena Wieseneder erreichte den sechsten Platz. 2022 startet die Talentsuche in die nächste Runde.

Abschied aus Mittelschule

Gleich vier Pädagoginnen verabschieden sich von der Musikmittelschule in Gresten in den Ruhestand. Für Ulrike Essel, Christa Füsselberger, Michaela Holzhacker und Ursula Schwab geht Ende Oktober ihre langjährige, engagierte Schulzeit zu Ende. Eine besondere Ehrung erhält Ursula Schwab. Sie bekommt den Titel „Schulrätin“ vom Unterrichtsministerium verliehen.

Jüngste Gemeinderätin

Als jüngste Gemeinderätin zieht Julia Dinstl in den Lunzer Gemeinderat ein. Die 25-Jährige wird neben ihrem Lehramtsstudium für Sonderpädagogik und ihrem bereits abgeschlossenem Studium der Wirtschaftswissenschaften den Ausschuss für Schulangelegenheiten, Kindergarten, Jugend und Sport sowie den Prüfungsausschuss unterstützen. Sie folgt Renate Pöchhacker nach, die aus privaten Gründen ihre Funktion zurücklegt.

Acht neue Ehrenringträger

Die Stadtgemeinde Scheibbs verleiht im Rahmen einer Feier an verdiente Bürger zwei Goldenen und sechs Silberne Ehrenringe. Die goldenen Auszeichnung erhält Reinhold Pflügl (35 Jahre Gemeinderat, davon 20 Jahre Stadtrat) und Johannes Hofmarcher (15 Jahre Gemeinderat und 13 Jahre Stadtrat). Der Silberne Ehrenring geht an die Mediziner Eva Mühlbacher, Paul Kupelwieser, Karl Exinger, Paul Magg und Kurt Schlögl (RK-Bezirksstellenleiter) sowie an Waltraud Brandner (Vorstandsdirektorin Sparkasse).

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Johannes Hofmarcher und Reinhold Plfügl bekamen im November von Bürgermeister Franz Aigner und Vizebürgermeister Martin Luger den Goldenen Ehrenring der Stadtgemeinde Scheibbs verliehen.
Foto: Christian Eplinger

Neuer Kindergarten

Am 22. November übersiedelt der Kindergarten Mühling (Gemeinde Wieselburg-Land) in den neuen Kindergarten aus dem Ausweichquartier in der Sporthalle Weinzierl. Insgesamt 1,75 Millionen Euro fließen in das generalsanierte Haus, das inklusive Zubau künftig den 50 Kindern unter der Leitung von Eva Roschmann und ihren sechs Mitarbeiterinnen als neue Spielstätte dient. Auch in der Gemeinde Göstling entsteht in diesem Jahr ein neues Haus für die Kinderbetreuung. Dieses wird im Sommer 2022 fertiggestellt und ab Herbst von den Kindern bezogen.

Einzug ins Stadtquartier

Mit der Firma Hartlauer eröffnet im Dezember das erste Geschäft im neuen Wieselburger Geschäfts-, Gesundheits- und Wohnkomplex. Haubis (Café/Bistro Valentin), Bandagist Gattringer (Sanso) sowie Reifen Weichberger (Sondershop für Fahrrad- und Laufequipment) sollen Anfang 2022 folgen.

Scheibbser Kulturpreis

24 Jahre nach ihrem Vater Herbert Schlöglhofer erhält Judith McGregor im Dezember den Scheibbser Kulturpreis. Seit vielen Jahren prägt die Bratschistin, die bereits viele internationale Gastauftritte absolvierte, das kulturelle Leben in Scheibbs. Als Lehrende an der Johann Heinrich Schmelzer Musikschule versteht sie es, bei ihren Schülern die Liebe zur klassischen Musik zu wecken.

Verkauf

Enorm viele Reaktionen löst der Verkauf der beiden Selbstbedienungsrestaurants B25 in Purgstall und Ybbs-Kemmelbach sowie des Partylokals „Roadhouse“ aus. Als Grund gibt Inhaber Josef Steiner einen fehlenden Nachfolger aus der Familie an. Erste Verkaufsgespräche laufen.

Eine Neuordnung

2012 wurde im Vorfeld der drei Jahre später stattfindenden Niederösterreichischen Landesausstellung die Neubruck Immobilien GmbH (NIG) gegründet. Ein Schulterschluss von 17 Gemeinden des Bezirks und drei regionalen Banken. Mittlerweile sind die Landesausstellung Geschichte, die veräußerbaren Gründe verkauft und die Restfläche großteils vermietet. Über 100 Arbeitsplätze sind am Areal aktuell angesiedelt. Die noch ausstehenden Darlehensrückzahlungen kann die NIG aus den Miet- und Kommunalsteuereinnahmen bedienen und darüber hinaus sogar einen leichten Bilanzgewinn erzielen.

„Wir stehen wirtschaftlich auf gesunden Beinen“, freut sich Noch-Geschäftsführer Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, der Ende Mai seine Funktion als NIG-Geschäftsführer zurücklegt. Ihm folgen – ab nun wieder ehrenamtlich – die Bürgermeister der beiden Standortgemeinden Scheibbs und St. Anton/Jeßnitz: Franz Aigner und Waltraud Stöckl.
Auch die 17 Gemeinden ziehen sich im Laufe des Jahres sukzessive zurück und verkaufen ihre Geschäftsanteile an die Gemeinden Scheibbs und St. Anton. Aktuell halten Wieselburg, Reinsberg, Göstling und Lunz noch Anteile. Aber auch sie wollen aussteigen.

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