Joseph Haydn in Paris. Wieselburg-Land / Das Musikfest Schloss Weinzierl entführt heuer auf eine musikalische Zeitreise mit Schwerpunkt Frankreich.

Von Karin Katona. Erstellt am 27. Mai 2014 (05:00)
Das Altenberg Trio Wien veranstaltet jährlich das Musikfest Schloss Weinzierl – zu Ehren von Joseph Haydn, der hier seine ersten Streichquartette und damit ein Stück Musikgeschichte schrieb. Foto: Nancy Horowitz
NOEN, photo/nancy horowitz
Hätte man in Paris um 1790 nach den größten Komponisten der Welt gefragt, wäre sicherlich der Name Joseph Haydn genannt worden. Zeitweise waren die Franzosen regelrecht verrückt nach den Symphonien des Österreichers, die so viel Neues und Unterhaltsames brachten und später so vergnügliche Beinamen wie „Der Bär“ oder „Die Henne“ trugen.

Musikalische Schätze im Gepäck

Kein Wunder, denn quasi im Alleingang hatte Haydn die abendländische Musik neu erfunden. Er entwickelte die Wiener Klassik, baute die Symphonie zur zentralen Gattung des Konzertbetriebs aus und ersann – auf Schloss Weinzierl zum ersten Mal – das Streichquartett.

Abgesehen von seinen zwei England-Aufenthalten ist Joseph Haydn kaum gereist. 2014 lädt ihn daher der Veranstalter des Musikfests Weinzierl, das Altenberg Trio Wien, auf eine Reise nach Frankreich ein.

Neben dem besonderen Instrument Harfe befinden sich im Reisegepäck auch musikalische Schätze wie Debussys unglaublich fantasievolle Sonate für Violincello und Klavier d-Moll, Ravels Huldigung an den Wiener Walzer, „La Valse“, Chaussons elegant-virtuoses Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett sowie Poulencs mitreißende Sonate für Klarinette und Klavier.

Forellenquintett trifft auf Walgesänge 

Nicht nur Haydn hat sich Inspiration aus der Tierwelt geholt. Auch Franz Schuberts „Forellenquintett“ und insbesondere „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens gehören in diese Reihe von Werken. Und sicherlich hätte Haydn, als der Avantgardist, der er war, eine besondere Freude an dem Werk „Vox Balaenae – Walgesänge“ des heute 84-jährigen amerikanischen Komponisten George Crumb gehabt, in dem dieser drei maskierte Musiker in einem tiefblau ausgeleuchtetem Raum zu einer tiefen Einheit von Mensch und Natur finden lässt.

Das Altenberg Trio Wien bringt mit dem Minetti-Quartett und dem Orchester Audite Silete Musica ausgezeichnete Ensembles nach Schloss Weinzierl. Mit Herbert Kefer (Viola), Walter Auer (Flöte), Flip Philip (Schlagwerk), Pauline Haas (Harfe) und Markus Schirner (Klavier), Robert Holl (Bass), Dimitri Ashkenazy (Klarinette), Vanessa Szigeti (Violine) und Ernst Weissensteiner (Kontrabass) auch hervorragende Solisten.

Beim Festgottesdienst am Christi-Himmelfahrtstag in der Pfarrkirche Wieselburg singt die Chorgemeinschaft der Kirchenchöre Steinakirchen und Wieselburg unter der Leitung von Albert Neumayr die Messe in F von Joseph Ignaz Schnabl.