Eisenstraße: Von der Geschichte in die Zukunft. Seit 30 Jahren ist der Verein Eisenstraße Niederösterreich ein wesentlicher Motor für positive Entwicklungen in der Region.

Von Hans Karner und Christian Eplinger. Erstellt am 13. Februar 2021 (06:14)

Vor 30 Jahren wurde der Verein „Eisenstraße Niederösterreich“ gegründet. Die Gründungsväter Bertl Sonnleitner, Günther Grimm – er war auch der erste Obmann – und engagierte Pioniere und Gemeindevertreter sorgten dafür, dass es am 28. September 1990 im Kremayr-Haus von Ybbsitz zur Vereinsgründung kam. Dem Verein gehörten damals zwölf Gemeinden des Ybbs- und Erlauftals an.

In der ersten Phase stand die Bewahrung und Weiterentwicklung des vielfältigen Kulturguts der Eisenwurzen im Vordergrund. Aber auch die Sammlung des regionalen Wissens war bereits in den Gründungsstatuten verankert. 1996 wurde die Region als eine von drei in ganz Niederösterreich mit dem Titel „Kulturpark“ ausgezeichnet. Die Anerkennung als Leader II-Region und der damit verbundene Zugang zu Fördermitteln der Europäischen Union führte im selben Jahr zur Ausweitung des Tätigkeitsfeldes.

Als erstes Projekt wurde bereits am 28. Mai 1991 im Gastgarten vom „Luftwirt“ in Gresten-Land „Der Weg des Rauheisens“ von Landesrat Vinzenz Höfinger seiner Bestimmung übergeben – der erste von heute 13 Themenwegen in der Eisenstraße. Zug um Zug wurden dann die Beschilderungen der Wanderrouten „Alter Rauheisenweg“ und „Proviantweg Gresten-Land“ in Angriff genommen.

Der erste Themenweg bringt einen Blick zurück in die Zeit, als das „Rauheisen“ vom steirischen Erzberg, auf Saumpfaden mit Maultieren in die Ötscherregion gelangte. So brachte es den Menschen den ersten bescheidenen „Wohlstand“.

Sechs Jahre vor dem Spatenstich der Kartause Gaming 1332 wurde über den Kreuzkogel das Rauheisen zum Zerrenhammer in Prunnbach mühsam in den Wiesergraben gebracht. Nach der Errichtung der befestigten „Dreimärktestraße“ (Gresten-Scheibbs-Purgstall) spielten die drei Märkte nach 1550 eine immer wichtigere Rolle für den Eisen- und Provianthandel. Dieses Modell der Kleinindustrie bescherte einer größeren Anzahl von Berufen einen Platz an der Sonnenseite.

Durch die Industrialisierung verlor die Kleineisenproduktion an Bedeutung. Als Geburtsjahr der Eisenindustrie darf 1817 datiert werden, als Erzherzog Johann den jungen Huf-, Hacken- und Zeugschmiedmeister Andreas Töpper den Rat gab, den stillgelegten Grieshammer am Jeßnitzbach in der Herrschaft zu kaufen. Die Gemeinden der „Dreimärktestraße“ waren auch während der ersten 30 Jahre des Vereins Eisenstraße wesentliche Drehscheiben in vielfältigen Bereichen.

Corona-bedingt fiel das für Herbst 2020 ausgeschriebene Vereinsjubiläum „30 Jahre Eisenstraße Niederösterreich“ ins Wasser. Stattdessen veröffentlichte die Eisenstraße jetzt eine Broschüre über Projekte, Pioniere und Positionen. In seinem Vorwort verspricht Obmann Andreas Hanger den 24 Mitgliedsgemeinden, den Verein Eisenstraße „gemeinsam weiterzuentwickeln und die Kooperation in der Region über Orts-, Partei-, Vereins- und Firmengrenzen hinweg als unser wertvollstes Gut auszubauen.“

Die Broschüre „30 Jahre Eisenstraße Niederösterreich“ ist im Büro des Vereins Eisenstraße im Töpperschloss Neubruck erhältlich, 07482/20440.