Scheibbser 3er singt seit 25 Jahren. Ob Konzerte in allen Bundesländern, ORF-Aufnahmen oder einfach am Wirtshaustisch: Die Damen vom Scheibbser 3er singen leidenschaftlich gern.

Von Raimund Holzer. Erstellt am 15. September 2017 (05:46)
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Begonnen hat alles auf der Schießstätte in Scheibbs. „Gudrun und ich waren dort bei einem Bewerb und haben danach einfach aus Spaß gesungen. Beim nächsten Mal war dann schon Gerda dabei, wir hatten am letzten Schultag 1992, beim Abschied von Kollegen Rudolf Klingenböck, unseren ersten Auftritt – und sind seitdem der Scheibbser 3er“, erzählt Elisabeth Handl im NÖN-Interview über die ersten, musikalischen Begegnungen mit Gudrun Schagerl und Gerda Hengstberger. Seitdem werde wöchentlich geprobt, „außer in den Ferien, die sind uns heilig“. Kein Wunder, haben oder hatten die drei Damen doch alle Lehrberufe, nur Schagerl ist bereits im Ruhestand.

Rund 1.000 Proben müssten in dem Vierteljahrhundert nach dieser Rechnung zusammengekommen sein. „355 Mal sind wir aufgetreten“, führt Gudrun Schagerl bis heute genau Buch. Das sangesreichste Jahr war 1998, da standen 28 Konzerte und Auftritte am Programm.

Vor der Hofburg bis hin zu „Mei liebste Weis“

Und welche Erlebnisse waren nun die schönsten? „Das ist so schwer zu sagen“, antwortet Gerda Hengstberger ein wenig nachdenklich, „aber bei der Übernahme der EU-Präsidentschaft im Jahr 1998 von der Hofburg quasi ‚herunterzusingen‘, war schon ein großartiges Erlebnis!“

Für Elisabeth Handl wiederum war es neben den vielen Einladungen von Musikerkollegen vor allem die erste ORF-Aufnahme, die ein „prägendes Ereignis“ darstellte.

Gudrun Schagerl wiederum hat ganz besonders die Auftritte bei Franz Posch in „Mei liabste Weis“ und vor rund 20 Jahren bei Sepp Forcher in Erinnerung. „Es war immer aufregend zu singen, wenn der ORF dabei war“, lächelt sie.

Auch ein Mann ist seit Beginn des gemeinsamen Singens dabei. Michael Frühmann aus Puchenstuben hat schon als Schüler des BORG Scheibbs mit großem Engagement und Begeisterung mit seinen Liedern zwischen den Gesangsstücken der drei Damen für Abwechslung gesorgt. Eine ganz besondere Rolle in der langen Karriere des Scheibbser 3ers kommt auch der Volkskultur NÖ zu. So war die Veranstaltung „AufhOHRchen“ anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadterhebung 2002 in Scheibbs eine herausragende Veranstaltung. Auch später ist das mittlerweile in ganz Österreich bekannte Trio immer wieder zu Festivals der Volkskultur eingeladen worden.

Als einen Höhepunkt ihrer Laufbahn und große Freude bezeichnen die drei Sängerinnen die Verleihung des Kulturpreises 2004 durch die Stadt Scheibbs.

Die ersten Scheibbser Kulturpreisträgerinnen

„Wir haben als erste Frauen in Scheibbs diese Auszeichnung durch die unabhängige Jury als bekommen. Das hat uns natürlich schon mit Stolz erfüllt“, denkt Handl gerne an diese besondere Anerkennung zurück.

Großes Augenmerk richten Handl, Hengstberger und Schagerl auch auf ihre Bekleidung. „Schöne Dirndl sind uns sehr wichtig. Wir haben unsere ganzen Gagen in die Dirndl gesteckt!“, schmunzelt Handl.

Zu guter Letzt sind die Sängerinnen ihren vielen treuen Hörern, aber auch ihren Familien sehr dankbar. „Vor allem im ORF haben wir eine große Zuhörerschaft. Das merken wir immer, wenn wir an allen möglichen Orten spielen. Und der möchten wir noch möglichst lange treu bleiben. So lange es eben unsere Stimmen erlauben“, lächelt Gudrun Schagerl ein wenig verschmitzt.

Der Scheibbser 3er

Elisabeth Handl
Die St. Antonerin ist – wie ihre drei Kolleginnen – von Beruf Lehrerin. Sport, im speziellen Skifahren, Handarbeiten und der Garten sind ihre Hobbies.

Singen seit einem Vierteljahrhundert zusammen: Gerda Hengstberger, Elisabeth Handl und Gudrun Schagerl (von links) haben zusammen bereits 355 Auftritte absolviert.Raimund Holzer
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Gerda Hengstberger unterrichtet an der Sportmittelschule Scheibbs. Musik ist ihr größtes Hobby. Sie singt auch im Kirchenchor und leitet den Hauptschulchor. Familie, Haus und Garten liebt sie ebenso wie das Wandern.

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Gudrun Schagerl
Die pensionierte Volksschullehrerin liest in ihrer Freizeit gerne – sicher mit ein Grund, warum sie sich auch in der städtischen Bücherei engagiert. Die immer größer werdende Familie ist ihr besonders wichtig.

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