Mit festem Schritt und Tritt: 350 Jahre Schützenverein. Der Privilegierte Schützenverein Gresten feierte am Sonntag seinen 350. Geburtstag. Vereine des Ortes ehrten den „Ältesten“ unter ihnen mit Festzug, Messe und Schießbewerb.

Von Hans Karner. Erstellt am 11. September 2017 (13:15)

Wie hat es begonnen, das Schützenwesen in Grestren? 350 Jahre lang besteht der Priviligierte Schützenverein schon. Eine Gründungsgeschichte geht auf die Aufzeichnungen von Otto Graf Seefried zurück. Dieser schrieb in seiner „Geschichte des Marktes Gresten“, dass sich die Grestner auf Befehl des Grundherren Ernst Graf von Zinzendorf aufgrund einer „permanenten Türkengefahr“ in einen Verteidigungszustand begeben haben. Eine andere Version basiert auf Erzählungen von Oberstleutnant Matthias Ritter Raisky von Dravenau.

Dieser berichtet, dass sich 1667 wehrfähige Söldner, Untertanen, Bauern und Bürger in Gresten zu Schießübungen mit Gewehren trafen. So marschierten heuer, 350 Jahre später, Vereine aus Gresten und der Umgebung in einem Festzug, um das Jubiläum des Schützenvereins zu feiern. Angeführt von Major Michael Fuchs, Kasernenkommandant in Melk, trafen die 14 Vereine in der Pfarrkirche ein, wo Pfarrer Franz Sinhuber eine Festmesse zelebrierte. Er ging ebenfalls auf den historischen Anlass des Gottesdienstes ein. Zur landläufigen Meinung, dass der Schützenverein der älteste Verein in Gresten wäre, meinte der Pfarrer spaßhalber: „Die Pfarre Gresten besteht schon etwa 800 Jahre“.

In Schritt und Tritt wanderte der Festzug, zu den Klängen der Blaskapelle, weiter zur Waltraud-Welser-Stocksporthalle. Dort folgte der gemütliche Teil des großen Schützenfestes mit dem Jubiläumsschießen und den Festansprachen. Zu Wort kamen Oberschützenmeister Johann Tanzer und seine Vorgänge Johann Harlander und Helmut Stuckenberger. Zum langjährigen Bestehen des Vereins gratulierten auch der Oberschützenmeister des Landes, Franz Obermann, und der des Bezirks, Helmut Schweizer.