Kaugummis geklaut und Mopeds zerlegt. Amstetten, Erlauftal /  Als Langfinger übten sich Teenager. „Es war das Adrenalin“, sagt einer. „Aus Fadheit mitgemacht“, meint ein anderer.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. April 2014 (15:30)
NOEN, NÖN
»Sie sind doch keine zehn Jahre alt!«, wettert Richter Markus Grünberger. Foto: NÖN
„Es hört sich blöd an. Spaß hat es gemacht. Es war das Adrenalin! Und es war meine Idee, die anderen sind mitgezogen“, erzählt ein 15-Jähriger. Mit drei Jugendlichen, 15 bis 19 Jahre alt, übte er sich als Krimineller.

Im Bezirk Amstetten und im Erlauftal ließ das Quartett Teile von Mopeds mitgehen und plünderte Kaugummiautomaten. 20 Mal schlugen die Teenager im letzten Sommer zu, versteckten die Beute in einer Garage.

19-Jährige als Chauffeurin

Warum die anderen mitgemacht haben? „Das ist so gekommen“, sagt einer der Angeklagten vor Richter Markus Grünberger. Sechs Euro bekam er von der Beute aus den Automaten und einen Sturzhelm. „Damit ich mit dem Moped mitfahren kann“, erklärt er.

Eine 19-Jährige chauffierte die Burschen. „Ich war die Einzige, die einen Führerschein hatte. Zuerst hab ich gesagt, sie sollten die Finger davon lassen. Weil ich in einen von ihnen verliebt war, ist mir aber nichts anderes übrig geblieben. Ich bin froh, dass uns die Polizei aufgehalten hat“, erklärt sie.

Ein anderer meint: „Aus Fadheit hab’ ich mitgemacht, die Kaugummis haben wir in einer Schachtel im Auto gesammelt.“ Darob wettert der Richter: „Sie sind doch keine zehn Jahre alt!“

Richter warnte Jugendliche

Ein Opfer aus Gaming erzählt am Landesgericht St. Pölten: „Ich hatte das Moped am Firmenparkplatz geparkt, hab’ es gestartet, es war sehr laut. Weil es finster war, hab’ ich nicht gleich bemerkt, dass der Auspuff fehlt. Auch Verbandsmaterial war weg, der Rückspiegel und die Sitzbankverschraubung.“

„Mein Moped war gar nicht mehr da, beim Minigolfplatz habe ich es gefunden. Zuerst hab’ ich an einen schlechten Scherz gedacht“, berichtet ein Bursche aus Waidhofen.

Schaden haben die Täter berappt, sich bei den Opfern entschuldigt. Zwei der bislang Unbescholtenen kassieren nun je sechs Monate bedingt, die beiden anderen je vier Monate auf Bewährung. „Lassen Sie von solchen Sachen ab, sonst wird Ihr Leben wohl dahin sein!“, warnt der Richter. Nicht rechtskräftig.