Kein Bankomat mehr im „Tourismusort“. „Der Bankomat in Lackenhof rechnet sich nicht.“ Nach der Sparkasse hat nun auch die Raiffeisenbank das Handtuch geworfen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. Juni 2017 (05:00)
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Im Jänner 2015 waren der damalige Tourismusvereinsobmann Andreas Buder, Bürgermeisterin Renate Gruber und Amtsleiter-Stellvertreter Andreas Fallmann noch sehr optimistisch. Über 500 Behebungen in nur einem Monat waren für einen Bankomanten in einer so kleinen Gemeinde ein guter Wert. Allerdings, die Behebungen wurden weniger und weniger.
NÖN/Archiv

Zu hohe Servicekosten, zu wenig Frequenz, wirtschaftlich daher auf lange Sicht nicht haltbar. So das Kurzresümee von Direktor Leopold Grubhofer von der Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel über die Bankomaten-Situation im Ötscherdorf Lackenhof.

"Behebungen weit unter Erwartungen"

Die Raiffeisenbank war im Dezember 2014 eingesprungen, als die Sparkasse Amstetten überraschend vor der Wintersaison den Bankomaten aus wirtschaftlichen Gründen abgebaut hat. „Wir haben damals einen einjährigen Probebetrieb gestartet, den wir mittlerweile aus gutem Willen eh schon auf zwei Jahre ausgebaut haben, aber die Behebungen blieben bei weitem unter den Erwartungen zurück, weshalb wir uns jetzt zu diesem Schritt entschieden haben“, betonte Direktor Leopold Grubhofer gegenüber der NÖN. Ende April war der Raiba-Bankomat direkt beim „Teichstüberl“ deinstalliert worden.

Kurz ist auch eine Kostenbeteiligung der Gemeinde im Raum gestanden. Aber für beide Seiten sei dies nicht unbedingt zielführend. „Wenn wir Kostenwahrheit wollen, müsste die Gemeinde mehr als 1.000 Euro pro Monat beisteuern“, weiß Grubhofer.

"Nicht in Entscheidung eingebunden"

Für SPÖ-Bürgermeisterin Renate Gruber sei dies ohnehin nie eine wirkliche Überlegung gewesen, auch wenn es ihr sehr leid tue, dass es in Lackenhof keinen Bankomat mehr gibt: „Das war natürlich eine wichtige Infrastruktureinrichtung sowohl für die Einheimischen als auch insbesonders für unsere Gäste. Aber wir müssen alle auch wirtschaftlich handeln. Und eine Kostenbeteiligung der Gemeinde will ich aus Prinzip-gründen, schon alleine wegen der Folgewirkungen, nicht“, erklärt Gruber im NÖN-Gespräch.

Von der ÖVP setzte es einige Kritik am „Alleingang“ von Gruber und eine schriftliche Anfrage in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Weder Gemeindevorstand noch die Fraktionsobleute oder der Gemeinderat waren in diese Entscheidung eingebunden. Wer bitte ist denn bei uns die Gemeinde? Nur die Frau Bürgermeister?“, hat ÖVP-Fraktionsobmann Peter Bruckner kein Verständnis für diese Vorgehensweise.

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