Scheibbs: Plutzer wird zum Designerstück

Erstellt am 20. Februar 2022 | 06:47
Lesezeit: 3 Min
Der Scheibbser Clemens Auer entwirft Mostplutzer in neuem Design.
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Minimalistisch und poetisch, allerdings im ersten Moment schwer verständlich ist das Markenzeichen der erfolgreichen Designs von Clemens Auer. Der gebürtige Scheibbser hat eine Mostplutzer Neuauflage entworfen, die in seiner Heimatstadt produziert wird.

Auer studierte an der FH Joanneum Graz Industrial Design. Nach seinem Studium ging er nach Wien und entwickelte dort eigene Projekte, mit denen er einige internationale Auszeichnungen gewann, auf die er besonders stolz ist. Bei den Preisen handelt es sich unter anderem um den Good Design Award des Chicago Athenaeum, den German Design Award des deutschen Rats für Formgebung und den „Wallpaper“ Design Award des britischen „Wallpaper“ Magazins.

Vom flüssigen Ton zum fertigen Plutzer

Die Idee hinter dem neuen Design des Mostplutzers ist es, das Prestige des Mostes durch zeitgemäße Formen zu steigern und gleichzeitig in der Tradition verwurzelt und am Boden zu bleiben. „Wir wollen das Selbstbewusstsein des Mostviertels stärken und Gefäße für jedermann und jeden Tisch herstellen“, erklärt Clemens Auer. Neben dem Mostplutzer hat Auer auch einen Mostkrug entworfen. Die beiden Stücke kann man in der Online-Sammlung des Museums für Angewandte Kunst in Wien bewundern. Wer die Behältnisse allerdings einmal live sehen will, kann dies im Keramikmuseum in Scheibbs machen. Unweit ihrer Produktionsstätte.

Wir wollen das Selbstbewusstsein des Mostviertels stärken.“ Clemens Auer, Designer

Der Mostplutzer wird nämlich in der Werkstätte „Scheibbser Keramik“ von Johann Kreimel hergestellt. Dafür gibt es eine eigens angefertigte Gipsform, in die flüssiger Ton gegossen wird. Der Ton härtet an den Rändern rasch aus, da der Gips dem Ton Wasser entzieht. Der überschüssige Ton kann dann einfach wieder ausgeleert werden. Für den Henkel gibt es eine eigene Form, dieser wird erst im Nachhinein angebracht. Nachdem der Mostplutzer in der Form ausreichend getrocknet ist, kommt er in den Brennofen. Dann geht es an die Glasur. „Die Mostplutzer können auf Kundenwunsch gestaltet werden. In den Farben grün, gelb, blau und rot mit unserem, für die Scheibbser Keramik typischen Muster“, erklärt Johann Kreimel. Nach der Glasur kommen die Mostplutzer noch ein zweites Mal in den Brennofen. Dann sind sie fertig.

So ein Plutzer kostet zwischen 55 und 60 Euro. Kaufen kann man den neu designten Mostplutzer auf Vorbestellung im Keramikmuseum in Scheibbs. Dort gibt es auch die historischen, traditionellen Mostplutzer zu sehen, die Clemens Auer als Vorlage dienten. Ob die neuen Mostplutzer genauso alltagstauglich sind wie ihre Vorgängermodelle, wird sich zeigen. Ein Blickfang sind sie aber allemal.

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