Worthington: Umsatzplus mit Gasautos. Worthington, der weltweit führende Hersteller von Druckbehälter, legt Fokus auf Digitalisierung und Umsatzsteigerung in der Autobranche und schielt wachsam nach England.

Von Claudia Christ. Erstellt am 27. November 2018 (03:00)
Claudia Christ

Seit April ist Timo Snoeren der General Manager bei Worthington Industries und Chef von über 400 Mitarbeitern in Kienberg. „Mittlerweile hat sich alles sehr gut eingespielt, wir haben die Mitarbeiterstruktur etwas verändert, die Strategie festgelegt und die Weichen dafür gestellt“, betont der gebürtige Holländer.

Mitten drin ist das Werk laut Snoeren bereits im geplanten Digitalisierungsprojekt: „Hier haben wir eine Mitarbeiterin eingestellt, die nach ihrer Schulung in der Zukunftsakademie Mostviertel einen Digitalisierungs-Entwurf ausarbeiten wird.“ Leichte Sorgenfalten bereiten dem Geschäftsführer hingegen die derzeitigen Brexit-Verhandlungen. „Zehn Prozent unseres Umsatzes machen wir in England. Derzeit können wir nur abwarten, es wird für uns aber keine lebensbedrohliche Situation werden“, betont Snoeren, der für Worthington Industries Kienberg bis zum Ende des Geschäftsjahres Ende Mai einen leichten Zuwachs gegenüber dem Umsatz im Vorjahr prognostiziert. Neben dem Kerngebiet als Industriegasproduzent will Worthington künftig seinen Absatzmarkt in der Autobranche ausbauen.

„Wir haben bei den Erdgasflaschen für die Automotive-Industrie am Markt sehr gut Fuß gefasst. Aber auch andere Geschäftsmodelle, Innovationen und neue Produkte kann ich mir sehr gut als umsatzsteigernde Maßnahmen vorstellen“, erklärt Snoeren. Dass Worthington neben der geschäftlichen Belange auch das Wohl der Mitarbeiter ein großes Anliegen ist, hat das Unternehmen bereits in der Vergangenheit bewiesen. Nicht umsonst wurde es 2017 zum elften Mal in Folge als „Bester Arbeitgeber Österreichs“ ausgezeichnet.

„Dennoch ist es nicht ganz einfach, Personal in der Region zu finden. Auch hier müssen wir umdenken. So haben wir kürzlich fünf Mitarbeiter eingestellt, die von Deutschland aus arbeiten.“ Mit der Ausbildung von Lehrlingen und Weiterbildungsmöglichkeiten will man die geringe Personalfluktuation von zwei Prozent halten. Jedes Jahr geben die Mitarbeiter ein Feedback an die Geschäftsführung ab. „Es sind oftmals nur kleine Probleme, die einfach zu lösen sind“, sagt Snoeren. Außerdem bietet der Arbeitgeber neben dem Waschen der Arbeitskleidung seinen Mitarbeitern auch das jährliche Firmenpicknick und eine Gewinnbeteiligung.