Der Krabbelstube in Lunz droht die Schließung

Erstellt am 12. Mai 2022 | 07:23
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Kindergarten Kleinkind Spielzeug Symbolbild
Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Sharomka
Geringer Bedarf und zu hohe Kosten dürften für das Betreuungsangebot mit Ende Juni das Ende bedeuten.
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Nach drei Jahren wir die Krabbelstube Gemeinde Lunz am See die Krabbelstube mit Ende des Kindergartenjahres höchstwahrscheinlich auslaufen. „Wir haben einfach zu wenig Anmeldungen“, meint Bürgermeister Josef Schachner. Der Bedarf für die Betreuung der Kinder zwischen ein und zweieinhalb Jahren sei in seiner Gemeinde kaum vorhanden. An manchen Tagen pro Woche wird das Angebot schon jetzt überhaupt nicht genutzt.

Begründet wird die mögliche Schließung auch mit dem Blick auf die Finanzen. Die finanzielle Förderung des Bundes für die Krabbelstube läuft mit Ende des Kindergartenjahres aus. Statt 56.000 Euro gibt es ab Herbst nur mehr 6.000 Euro an Fördermittel, die lukriert werden können. „Der Gemeinde würde die Betreuung also pro Jahr 42.000 Euro Kosten“, meint Schachner, für den außer Frage steht, dass es eine Betreuungsmöglichkeit für die Kleinsten in der Gemeinde geben wird. Nach Gesprächen mit den Eltern wird hier die Lösung mit einer Tagsmutter angedacht. „Die Eltern stehen dieser Lösung durchaus positiv gegenüber“, weiß auch die zuständige ÖVP-Gemeinderätin Katrin Hudler.

Stark für das Problem in seiner Gemeinde macht sich auch SPÖ-Bezirksvorsitzender Gemeinderat Andreas Danner. Er möchte die sofortige Umsetzung der Forderungen der SPÖ NÖ: einen Rechtsanspruch für eine ganztägige, ganzjährige und kostenlose Betreuung. „Besonders in kleineren Gemeinden sind diese Schritte notwendig, um die Attraktivität des ländlichen Raums auch in der Kindererziehung und -betreuung aufrechterhalten zu können. Die Kosten dafür sollen vom Land übernommen werden. „Es ist auch wichtig, das Personal für die Elementarpädagogik in den Kindergarten zu integrieren. Eine Personalunion erleichtert die Organisation der Kindergärten und stellt die Betreuungsleistung besonders in den kleinen Gemeinden sicher.“ Jedenfalls fordert Danner die Unterstützung des gesamten Gemeinderats für ein lückenloses Betreuungsangebot in Lunz ein.

„In welcher Form diese Betreuung stattfindet, ob mit Tagesmutter oder eigener Krabbelgruppe, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass es eine Betreuung in der Gemeinde für die Kleinsten gibt“, betont auch Schachner, der die Situation jedes Jahr neu evaluieren möchte.

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